SS 2019 – Provisorische Architektur

Entwürfe

„Provisorische Architektur ist Medium für den Umbau unserer Städte, ist Ordnungsmittel und

Großmobiliar, ist Koordinationselement für vorhandene Bausubstanzen und Prüfstand für öffentliche

Meinung. Provisorische Architektur schafft die Möglichkeit, Wünsche und Vorstellungen der

Stadtbewohner anhand vorgegebener Modelle zu konkretisieren, Verhaltensweisen in Erfahrung

zu bringen.“

Ortner, Laurids (Haus-Rucker-Co) 1977.

 

Die Arbeiten des Entwurfs „Provisorische Architektur” gehen dem im vorhergegangenen Seminar

beobachteten verzerrten Mobilitätsverhalten in Stuttgart auf den Grund und richten ihren Fokus

gezielt auf die Situation am Österreichischen Platz, wo diese Realität im öffentlichen Raum sichtbar

wird. Die Studierenden realisieren drei von einer Jury ausgewählte Realexperimente, welche

dort in Form von provisorischen Architekturen umgesetzt werden. Sie dienen als Möglichkeit neue

Ansätze, im Stadtraum zu testen, den Diskurs rund um eine neue Mobilitätskultur weiter

anzustoßen und um neue Denkweisen zu kultivieren.

 

Der Entwurf „Provisorische Architektur” ist Teil des „Future City Labs Universität Stuttgart – Reallabor

für nachhaltige Mobilitätskultur“ gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung

und Kunst Baden-Württemberg. Ziel der Reallabor-Forschung ist, gesellschaftliche Experimentierräume

für aktuelle Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft zu

ermöglichen, um vom Wissen zum Handeln zu kommen. In Zusammenarbeit mit Stadtlücken e.V.,

der Stadtverwaltung und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen wird in der 2. Förderphase des Reallabors

die kulturelle Dimension der nachhaltigen Mobilität in Stadtraum kooperativ erprobt. Das

Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur dient dabei als Zukunftslabor und kooperative Plattform.

Es bündelt erzeugtes Wissen, macht es zugänglich und diskutierbar: sowohl durch die digitale

Vernetzung als auch durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Initiativen und Akteur*innen.

Dabei geht es nicht nur um Technologien oder Strategien zur Verkehrsoptimierung, sondern vor

allem um eine Kultur der Mobilität und Bewegung, die sich an einem erweiterten Wohlstandsbegriff

orientiert, Gesundheit und sozialen Austausch fördert und neue Lebens- und Aufenthaltsqualitäten

in der Stadt zu schaffen vermag.

 

Nach Absprache mit den Lehrenden kann das Lehrformat als Entwurf oder Seminar angerechnet werden.

Endabgabe: 31.09.2019

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum

Hanna Noller

Sebastian Klawitter