WS1617 – Studio München — Neue Typologien für die Urbane Mischung

Entwürfe

Als ein Kennzeichen der historisch gewachsenen europäischen Stadt wird die Nutzungsmischung innerhalb eines Gebäudes, dem Block und im Quartier seit Jahren diskutiert. Bisher konnten jedoch, aufgrund fehlender rechtlicher Rahmenbedingungen die entstandenen Konzepte vielfach nicht in die Umsetzung einfließen. Dies soll sich in den nächsten Jahren ändern. Das Studio untersucht und betrachtet, anhand des Planungsgebietes im Münchner Nordosten, architektonisch und städtebaulich Konzepte für die Koexistenz von Wohnen und Arbeiten im Quartier, auf einem Grundstück sowie im selben Haus. Die entwickelten Typologien, stehen in spannungsreicher, wechselseitiger Beziehung zu gewerblichen wie industriellen Einrichtungen, Arbeits-, Erholungs- und Begegnungsräumen.

 

Exemplarisch fragen wir:
Wie weit können verschiedene Nutzungen räumlich geschichtet und verwoben werden? Wie können auch alltägliche Nutzungen koexistieren und wo sind die Grenzen? Wie organisieren sich Gebäude und Quartiere, die Raum bieten für Mischung und Dichte? Wie adaptiv müssen bauliche Strukturen sein und welchen Beitrag leisten sie zur Urbanität? Wie kann ein Gebäude und Quartier als Arbeits- und Lebensort gleichermaßen attraktiv sein?

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Lynn Mayer
Constantin Hörburger
Thorsten Stelter

Studierende: Alina Gold, Luka Kettering, Dorothee Limbach, Nicole Ottmann, Wiebke Richter, Tobias Seith

Projekt 01: Alina Gold

Der Entwurf entsteht aus der genauen Untersuchung und Definition des Begriffs Urbanität. Auf soziologische Ebene ist Urbanität Kultur und das Bildungsversprechen für jeden, soziale Heterogenität, demokratische Strukturen und der Umgang mit Erfahrung. Urbanität gestaltet sich vor allem durch Stadtidentität. Architektur für den spezifischen Ort München Nord- Ost wird durch Elektrizismus erreicht. Vorhandene identitätsprägende Elemente wie die aufgelockerte Bebauung, das Satteldach, die Weite, die Landwirtschaft, das Wasser und die Arkade werden aufgegriffen und neu zusammengesetzt. Ein weiterer wichtiger gestalterischer Aspekt für Urbanität ist die Funktionsmischung und die erkennbare urbane Nutzung im Sockelbereich. Auf städtebaulicher Ebene wird eine bewusste konzentrierte und punktuelle Setzung der entstandenen Typologien(gruppen) vorgenommen. Somit manifestiert sich das Thema der Enge und Weite auch auf städtebaulicher Ebene.

Projekt 02: Dorothee Limbach