Lehrbausteine Städtebau

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Entwerfen – nicht nur im städtebaulichen Kontext – bedeutet, über die Zukunft nachzudenken. Der städtebauliche Entwurf antizipiert das Zukünftige, ist immer eine Projektion über die Gegenwart hinaus, beschreibt eine mögliche Vision und ist somit auch ein Versprechen. „Der Entwurf als Konzeption nimmt etwas gedanklich und bildhaft vorweg und kann dies doch nur, indem das Künftige oder Neue mit dem Bekannten und Vertrauten in eine Beziehung gesetzt wird.” Durch ein tiefer gehendes Verständnis für einen bestimmten Ort, das Nachzeichnen seiner Entwicklung und die Entschlüsselung seiner spezifischen Gegebenheiten wird der Status Quo in Bezug gesetzt zu gewünschten Qualitäten, um daraus ein zukünftiges Bild für diesen Ort zu entwickeln. Der Entwurf entsteht jedoch nicht aus der Analyse, sondern verlangt eine Syntheseleistung: die Bewertung und Einordnung des Analysierten, Gefundenen und Wahrgenommenen. Diese Synthese wird durch das Wissen und vor allen Dingen auch durch die Erfahrungen des Entwerfenden gestützt und ist so selbst bereits Teil des kreativen Aktes. Da nicht rationalisierbar und stets subjektiv, ist dieser Akt nur schwer nachvollziehbar, dessen Ergebnisse – der Entwurf – sind hingegen durchaus kommunizierbar und lassen sich mit Argumenten hinterlegen. „Auf das praktische Tun bezogen, schließt der Entwurf immer den Entwerfenden, sein Selbst- und Weltverständnis mit ein. Deshalb gehören Entwurf und Horizontbildung zusammen.” In diesem Sinne ist die Ausbildung von hoher Relevanz, um jenen notwendigen Wissens- und Erfahrungsschatz anzulegen. Aber auch jene integrierte Haltung zu vermitteln, die Grundlage der Lehre am Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen der Universität Stuttgart ist …

 

 

Download – PDF Beitrag Lehrbausteine Städtebau – Prof. Dr. Martina Baum