Um über Stadt in ihrer gesellschaftlichen und räumlichen Dimension nachzudenken bedeutet, mit und in Komplexität zu arbeiten. Wichtiges Werkzeug zum Auslegen eines Themas und Formulierung von Fragestellungen ist das von uns entwickelte Trendbook. Wir arbeiten in der Forschung mit transformativen Forschungsmethoden und Research-by-Design. Das Entwerfen als Methode zur Wissensgenerierung zu nutzen bedeutet sich einer Thematik holistisch zu nähern, in eine mögliche Zukunft zu projizieren und den Entwurf als Plattform des räumlichen Diskurses zu nutzen.

NACHHALTIGE MOBILITÄTSKULTUR IN STUTTGART
Wie werden die Menschen in Stuttgart nachhaltig mobil?

 

Stuttgart ist eine Stadt, die vom Auto geprägt ist. Hier wurde das erste Auto gebaut. Der bedeutendste Automobilcluster Europas ist Arbeitgeber für mehr als 30 Prozent aller Beschäftigten in der Region und ein wichtiger Identifikationsfaktor. Wie in vielen europäischen Städten folgte der Wiederaufbau Stuttgarts nach dem Zweiten Weltkrieg dem Leitbild der autogerechten Stadt. Das Ziel, die negativen Wirkungen des Autoverkehrs in Form von Staus, Feinstaub, CO2-Emissionen, Platzverbrauch und Lärm zu verringern und den Wandel zu einer nachhaltigen Mobilitätsregion zu fördern, ist zwischenzeitlich gesellschaftlicher Konsens. Aber wie kann ein solcher Wandel in Stuttgart angestoßen werden? Wohin könnte er führen? Welche Rolle spielen die Bürgerinnen und Bürger, um einen solchen Wandel aktiv zu gestalten und durch soziale Innovationen zu ermöglichen? Das Future City Lab Stuttgart macht die kulturelle Dimension der nachhaltigen Mobilität zu seinem Thema. Hier arbeiten Wissenschaft, Verwaltung, Unternehmen und die Bürgerschaft gemeinsam daran eine Mobilitätskultur zu entwickeln, die nicht nur Ressourcen schont, sondern auch Gesundheit und körperliche Bewegung unterstützt, sozialen Austausch fördert und in Stadt und Region neue Lebens- und Aufenthaltsqualitäten schafft. Mit diesem Ziel wird das Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur initiativ und möchte gemeinsam mit engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern Denkanstöße, Visionen und konkrete Projekte eines guten und nachhaltigen mobilen Lebens auf den Weg bringen.

 

Mehr Infos zum Projekt: www.r-n-m.net

 

 

Universität Stuttgart

SI Städtebau-Institut

Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen

Prof. Dr. Martina Baum

Sebastian Klawiter

Hanna Noller


Frühzeitige und gestaltende Bürgerbeteiligung für eine nachhaltige Entwicklung Baden-Württembergs

Das interdisziplinäre Reallabor „Stadt:quartiere 4.0 – Frühzeitige und gestaltende Bürgerbeteiligung für eine nachhaltige Entwicklung Baden-Württembergs“ startete im Dezember 2015. Neben den Instituten und Einrichtungen der Universität Stuttgart und der Fraunhofer Gesellschaft ist die Stadt Herrenberg und die Landeshauptstadt Stuttgart als Partner an dem Projekt beteiligt. Ziel der Kooperation von Wissenschaft und Praxis ist eine nachhaltige Verbesserung  der Planung  durch den Einsatz innovativer (digitaler) Werkzeuge und Formate in Planungs- und Beteiligungsprozessen.

Das Format des Reallabors bietet die Möglichkeit durch Realexperimente, in der sonst stark regulierten Planung von Stadtquartieren, „Neues“ auszuprobieren. Dabei können Handlungsräume für eine nachhaltige Gestaltung der Zukunft gemeinsam mit den relevanten Akteuren (wie Bürger, Behörden, Unternehmen, Vereine etc.) vorausgedacht und praktisch getestet werden. Neben der Erprobung von neuen Beteiligungsformaten werden die Potentiale von innovativen und digital gestützten Werkzeugen für Analyse und Simulation in den unterschiedlichen Projektphasen untersucht.

Da sich Städte, ihre Akteure und Planungen stark voneinander unterscheiden, ist es wichtig die zu entwickelnden Instrumente und Formate in verschiedenen Kontexten zu erproben, um dadurch vielschichtiger der Frage nach nachhaltiger Planung und besseren Prozessen nachzugehen. Die Projektpartner Herrenberg und Stuttgart unterscheiden sich sowohl  durch Faktoren wie Größe, Bevölkerungsstruktur, wirtschaftlicher Lage und klimatischer Situation, als auch in der vorhandenen Beteiligungs- und Planungskultur. Dadurch bilden sie eine gute Grundlage für die Untersuchungen.

Die „Mitmachstadt“ Herrenberg verfügt derzeit über große Entwicklungspotentiale. Zu Beginn des Forschungsprojektes wird der Beteiligungsprozess bei der Planung des Wohngebietes „Zwerchweg“ im Süden der Stadt analysiert und begleitet. Im weiteren Verlauf des Projekts können die Erkenntnisse aus der Untersuchung in andere Planungen der Stadt einfließen. Hierbei sollen neue Formate, Realexperimente und (digitale) Werkzeuge Hilfestellungen bei der Darstellung komplexer Zusammenhänge und damit bessere Grundlagen für die Abwägungsprozesse liefern.

Die Landeshauptstadt Stuttgart verfügt im Moment kaum über neue, großflächige Entwicklungspotentiale. Deshalb sind in Stuttgart Themen wie der „klimagerechte Stadtumbau“ oder „Nachverdichtung“ Schwerpunkt der Überlegungen. Anhand dieser Themen soll erprobt werden, wie sich komplexe Planungszusammenhänge darstellen, Akteure informieren und beteiligen, beziehungsweise zur aktiven Teilhabe motivieren lassen. Das Zusammenspiel von Simulationen im gesamtstädtischen Maßstab und Realexperimenten im kleineren Maßstab (z.B. Quartier, Straßenzug, Bebauung etc. ) ist hier Untersuchungsgegenstand.

Forschungsprojekt der Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Timo Kegel
Anna Kübler

 

in Zusammenarbeit mit:
Fraunhofer IAO
HLRS (Hochleistungsrechenzentrum Universität Stuttgart)
IAT (Institut für Arbeitswirtschaft und Technologiemanagement)
ZIRIUS (Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung)
Kommunikationsbüro Ulmer

Laufzeit: 3 Jahre (2016-2018)
gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden- Württemberg