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SS2021 – Porosität — Betrachtungen der performativen Stadt am Beispiel Stuttgart

Entwürfe

Was ist Porosität? 1925 definierten Walter Benjamin und Asja Lacis in ihrem Text „Denkbilder Neapel“ den Begriff neu: „Porosität begegnet sich nicht allein mit der Indolenz des südlichen Handwerkers, sondern vor allem mit der Leidenschaft für Improvisieren. Dem muß Raum und Gelegenheit auf alle Fälle gewahrt bleiben. Bauten werden als Volksbühne benutzt. Alle teilen sie sich in eine Unzahl simultan belebter Spielflächen. Balkon, Vorplatz, Fenster, Torweg, Treppe, Dach sind Schauplatz und Loge zugleich.“

 

Was im Text als subjektive Wahrnehmung beschrieben ist, wurde in jüngster Zeit stärker erforscht und als Agenda in die Stadtplanung eingeführt. Wir können es als Antwort und Gegenposition zur Denkweise der Moderne verstehen. Als Ausdruck eines radikalen neuen Denkansatzes versuchte die Moderne mit den Mitteln der Massenproduktion die Stadt in ihre Bestandteile zu zerlegen, zu strukturieren, zu standardisieren und zu trennen. Doch wir wissen heute längst, dass dadurch die Lebendigkeit und die Vielfalt des Stadtraums in großen Teilen zunichte gemacht wurde.

 

Die poröse Stadt im Gegenzug wird über das Undefinierte, das Unbestimmte, die Mehrdeutigkeit, die Vielfalt und die Koexistenz von Elementen geprägt, so wie die Stadt in der vormodernen Zeit. Gehen wir also den Schritt zurück und gleichzeitig den Schritt nach vorn, versuchen wir aus monofunktionalen Stadträumen, polyfunktionale Orte zu schaffen, Grenzen aufzubrechen und Schwellen einzuführen sowie Rahmenbedingungen zu setzen, in denen Entwicklungen stattfinden können, die nicht vorhersehbar sind: „Keine Situation erscheint so, wie sie ist, für immer gedacht, keine Gestalt behauptet ihr »so und nicht anders«.“ (Benjamin, Lacis, 1925)

 

Unser Ziel ist es, Topografien der Porosität zu entwerfen, die von der suggestiven Erzählung von Walter Benjamin und Asja Lacis ausgehen. Darüber hinaus denken wir über die Auswirkungen auf unseren Lebensstil und die Folgen für Stadtplanung nach und versuchen diese in einem Entwurf zu verdeutlichen. Wie können Gesellschaft, Kultur, Klima und unser Lebensalltag den öffentlichen und privaten Raum neu definieren? Wie können wir von anderen Ländern, Kulturen, Religionen und Mentalitäten lernen, den statischen, steinernen Stadtraum zu einem dynamischen, aufgebrochenen Ort, zur porösen Stadt zu machen?

Foto: links, Carlo Brogi (Vicolo del Pallonettò, Neapel); rechts, Wibke Wieczorek-Becker (Schulstraße, Stuttgart)

Anmerkungen zur Digitalen Lehre oder Hybrid-Präsenz, geplante E-Tools,

Gruppenarbeit, Auswahlverfahren, etc.

 

Für dieses Thema ist die Auseinandersetzung mit dem Ort fundamental. Die Anwesenheit in Stuttgart ist Voraussetzung für die Teilnahme am Entwurf. Wir werden die Innenstadt von Stuttgart bereisen und möchten sie dabei ganz neu entdecken.

 

Die Studierenden formulieren in Absprache mit dem Lehrteam ihren eigenen Entwurfsschwerpunkt und Vertiefungsmaßstab. Wir ermöglichen das Entwerfen über alle Maßstäbe hinweg und möchten ermutigen, schnell und direkt in den Entwurfsprozess einzusteigen und dabei parallel die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema zu suchen. Eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema ist ebenfalls willkommen.

 

Je nach Situation, unter Einhaltung aller Hygienevorschriften, finden nach Möglichkeit Präsenz- und/oder Digitalveranstaltungen statt.

 

Wir sind Partner des CURRENT Festivals (http://www.current-stuttgart.de/) und werden mit beteiligten Künstlern zusammen das Thema erörtern und mit ihnen austauschen.

 

Alle Studierenden arbeiten in Gruppen (keine Einzelarbeiten möglich). Große Eigenverantwortung und Einsatzbereitschaft, Interesse an der kreativen Auseinandersetzung mit Raumwirkungen und die Arbeit im Team werden erwartet.

 

Einführungstermin: Mo, 19.04.21, 10.00 Uhr, weitere Informationen folgen nach der Anmeldung.

Universität Stuttgart
Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum

Alba Balmaseda Dominguez

Lorenz Brugger