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Projekt Stadt und Landschaft Grundlehre 3. Semester — Projekt Bachelor

WS 2019 – Quartiere und Widersprüche — Konzeptioneller Entwurf einer Stadterweiterung

Entwürfe

Städte sind die bauliche Interpretation einer Stadtgesellschaft und derer politischer, kultureller und wirtschaftlicher Entwicklung. Basis hierfür ist die Dichte, Vielfalt und Mischung an Menschen, Nutzungen und Räumen. Durch diese Dichte wird Stadt aber auch zum enormen Ressourcenverbraucher an Energie, Gütern und Arbeitsleistung und zum Ort an dem Unterschiedliches aufeinandertrifft, Unterschiede deutlich sichtbar und Konflikte erlebbar werden. Stadt ist geprägt von dieser Ambivalenz.

 

Vor diesem Hintergrund entsteht beim Entwurf „Quartiere und Widersprüche“ ein Stadtteil der Gegensätze. Ein Gebiet am Rande von Stuttgart, wo Bad Cannstatt und Fellbach aufeinandertreffen, dient uns hierfür als Testfeld und wir kreieren ein Nebeneinander und Miteinander unterschiedlicher Quartiere. Das Programm der Quartiere wird von widersprüchlichen Interessen jeweils zweier Akteure bestimmt. Ziel ist es, für beide Parteien ein möglichst ideales Quartier zu schaffen, indem man Schnittstellen und Befruchtungsmöglichkeiten herausarbeitet und in einen räumlichen Entwurf übersetzt. Die verschiedenen Interessen einer Stadt werden dekonstruiert, neu zusammengesetzt und in der Gesamtheit aller Quartiere sichtbar gemacht. Ziel ist die Schaffung von Quartieren, die nicht der kleinste gemeinsame Nenner aller Akteure sind, nicht generisch, nicht bereinigt, nicht bequem. Sondern Quartiere, die anregen, inspirieren, die Reibung erzeugen und Interaktion anstoßen, aus der gesellschaftliches Leben und inklusive, produktive, urbane Städteräume hervorgehen.

 

Der konzeptionelle Entwurf entfaltet sich zwischen zwei notwendigen Ebenen in der Stadtwahrnehmung: der Prägnanz der städtebaulichen Raumbildung und dem Repertoire der Stadträume. Der Rahmenplan definiert die prägnante städtebauliche Raumbildung als Ausgangslage der Entwicklung. Hier werden die Leitlinien aber auch die Kapazitäten festgelegt. Das Repertoire der Stadträume hingegen bildet die Grundlage für den alltäglich gelebten Raum. Es besteht aus räumlichen Qualitäten, die zur Aneignung einladen und Gelegenheiten schaffen. Die Studierenden entwerfen im Maßstab des Städtebaus an der Schnittstelle zur Architektur.

 

Das Entwurfsgebiet

Impressionen aus dem Studio

Gastkritiker Michael Hirschbichler und Markus Vogl

Arbeiten der Studierenden

Leonard Mitchell und Viktor Metz – Bachelorarbeit

 

Individuell und Gemeinsam

 

Ziel des Entwurfs ist es ein möglichst ideales Quartier im Spannungsfeld zwischen Individualität und Gemeinsamkeit zu schaffen, was durch die Vielfalt unterschiedlicher Wohnformen sowie den draus resultierenden Baustrukturen, Finanzierungs- und Organisationsmodellen erreicht wird. Durch ein ausgeklügeltes Patchwork-System soll den verschiedenen Ansprüchen räumlich entsprochen werden. Dieses ist Ausdruck der Diversität die zwischen Individualität und Gemeinsamkeit hervorgebracht wird und Abbild der europäischen Stadt. Die städtebauliche Grundstruktur orientiert sich an der Parzellierung der ursprünglich ausschließlich agrarisch genutzten Bestandsflächen. Die sehr prägenden Obstbaumfelder werden erhalten und durch ein Netz öffentlicher Freiflächen miteinander verknüpft. Damit bilden sie einen Kontrast zur weitestgehend halbwöchentlichen und privaten Wohnnutzung. Die Kombination unterschiedlicher Wohntypologien auf engen Raum erfordert eine architektonisch sensible Umsetzung um den Ansprüchen des alltäglich gelebten Raumes gerecht zu werden. Hierfür wird besonders viel Wert auf die Übergangsbereiche zwischen Öffentlichkeit und Privatheit gelegt. Diesen Räumen wird mithilfe methodischer Planungsinstrumenten architektonischen Ausdruck verliehen. Ziel ist es variable, hierarchisch strukturierte Übergänge zu schaffen. Damit soll die Privatsphäre geschützt werden ohne die Wohnbebauung zu stark vom öffentlichen und halböffentlichen Raum zu trennen.

 

 

Clara Pflug und Jona Schulte – Feldstadt. Monokultur und Multikulti

 

Die Herausforderung des Entwurfes war es, den konträren Anforderungen des Akteurs Landwirtschaft, vertreten durch den Bauernverband, und der Migration, vertreten durch die Caritas und so fokussiert auf den Themenbereich Asyl, gerecht zu werden.
Somit war es Ziel des Konzeptes einem zukunftsfähigen, ökonomischen Anbau von Agrarprodukten Raum zu geben und Asylsuchenden ein Umfeld zu schaffen, dass ihren Weg vom Ankommenden bis zum neuen Stuttgarter bestmöglich begleitet. Der in diesem Entwurf verfolgte Ansatz ist die horizontale und vertikale Durchmischung dieser unterschiedlichen Nutzungen in einer gemeinsamen Bautypologie. Die Bebauung orientiert sich an der bestehenden Feldstruktur und insbesondere an den schmalen „Stückle“ mit Baumbestand. Entlang und auf bestehenden Feldachsen mäandert die Bebauung aus langgestreckten, industriell anmutenden Baukörpern. Es bilden sich so kleinteilige Zwischenzonen für gemeinschaftliche Freiräume mit unterschiedlichen Anbau-und Freizeittypologien gegenüber von urbereinigten Feldflächen für den großmaßstäblichen, ökonomischen Anbauprozess. So werden Akteure in Kontakt gebracht, die im gesellschaftlichen Diskurs häufig nur aus der Distanz miteinander in Berührung kommen. Neben Wohnfläche, neuen und alten Anbaumethoden und integrativen Räumen ist so der Diskurs um eine (neue) gesellschaftliche Kohärenz im Fokus dieser Arbeit.

 

Matthias Krumbe und Behar Neziraj — inbetween us

 

Ist es möglich, Raum ohne Gegensätze zu definieren?

 

Unabhängig von den Atmosphären oder Emotionen, die Räume erzeugen können, charakterisieren wir den Raum auf eine physische Art und Weise. Wir definieren Innen und Außen, wir betrachten den Raum als groß oder klein, wir nennen einen Raum geschlossen oder offen; niedrig oder hoch. Räume überlagern sich oder sind getrennt. Gebäudekörper sind massiv sein oder leicht. So wie Menschen miteinander interagieren, so interagieren auch Räume miteinander. Sie kommunizieren durch ihre besonderen gegensätzlichen Qualitäten.

 

Und wie gestalten Räume unsere Kommunikation?

 

Wir haben extrovertierte Räume genauso wie wir extrovertierte Menschen haben. Die Art der Interaktion hängt vom Charakter der Menschen ab, von der Umgebung, von der Stimmung. Anlass und Situation definieren nicht das Ergebnis einer Interaktion, sondern beeinflussen den Kontakt zwischen Menschen.

 

Wie funktioniert Kommunikation?

Sind es nur Zahlen? Buchstaben? Klang? Und kleine gelbe Symbole?

 

Was sind sprechende Elemente ohne Sprache?

An wen wenden wir uns, wenn wir nicht kommunizieren wollen? Können wir nicht kommunizieren? Was kann das Leben zeigen? Wie können wir voneinander lernen?

 

Kann es einen nicht vordefinierten Raum geben?

Offen für Kommunikation. Für Toleranz. Für Vertrauen. Für Identifikation. Für Empathie. Für Partizipation.

Helena Harrer und Lorenz Engler – The next Level – die gemeinsame Stadt

 

Mit unserem Entwurf wollen wir eine Antwort auf die Frage geben, wie wir in Zukunft in Einklang mit der Natur leben können. Wie schaffen wir eine Stadt, in der Artenvielfalt und aktive Erholung einen nachhaltigen Pakt zwischen Menschen und Natur ausmachen? Wie können wir ein Zuhause für Menschen schaffen, die nach einer Lösung für ein besseres Zusammenleben mit der Natur suchen? Und wie können wir natürliche Lebensräume erhalten, das Wachstum von Pflanzen verbessern und Räume die von Menschen, Vegetation und Tieren genutzt werden vereinen? Unser Vorschlag für ein besseres Zusammenleben formuliert sich in einer Art Gerüst um die Bebauung. Es ist der Schnittpunkt, der die von uns definierten Naturarten, verbindet. Diese Naturarten sind: „Die Zimmerpflanze“ – dem von Menschen reguliertem Raum. Die „Partizipative Natur“ – sowohl vom Menschen als auch von der Natur beeinflusster Raum. Sowie die „Wildnis“- Vom Menschen nicht regulierte Natur. Das Gerüst löst die Grenzen auf. Es dient zur Beschattung, zur Erweiterung des Wohnraums, Raum für Vegetation und Tiere und als Erschließungsmöglichkeiten. So soll ein fließender Übergang zwischen den Naturformen und den konkreten Situationen, sowie neue räumliche und atmosphärische Charakteristika entstehen.

 

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum

Harry Leuter

Ksenija Zujeva