Unsere Lehrhaltung gründet sich auf dem Diskurs. Das gemeinsame Arbeiten von Lehrenden und Studierenden fordert und fördert das kritische Hinterfragen unserer gebauten Umwelt und reflektierte Denken. Kollaboration mit anderen Lehrstühlen, Hochschulen und Praxispartnern sind für uns selbstverständlich. Um die gesellschaftlichen Herausforderungen an Raum kritisch zu reflektieren, braucht es Interesse, Engagement und Idealismus beidseits: von Lehrenden wie Studierenden.

Bad Cannstatt ist geprägt von einer großen Vielfalt und enormen Gegensätzen. Stuttgarts größter Stadtbezirk kann auf eine lange Geschichte der Zuwanderung zurückblicken. Eine heterogene Bevölkerung lebt und arbeitet hier zusammen, in einer heterogenen Stadtstruktur.
Eine produktive und inklusive Stadt nutzt diese Vielfalt und Mischung, entwickelt daraus einen Nährboden auf dem Neues entstehen kann. Im Rahmen des Studios stellen wir uns die Frage nach den räumlichen Grundlagen für Interaktion und Austausch zwischen verschiedenen Gruppen in der Stadt. Wir reflektieren die Rolle des öffentlichen Raums in der europäischen Stadt und Stadtgesellschaft. Und wir entwerfen einen inklusiven und produktiven Ort für Bad Cannstatt.

Inspiration und Ausgangspunkt des Entwurfs sind die brasilianischen SESC-Zentren. Berühmtestes Beispiel: das SESC Pompeia von Lina Bo Bardi. Ein Ort offen für alle, der ein breites Angebot an Räumen und Nutzungen bietet. Kostenlose Sport- und Bildungsangebote werden hier ebenso angeboten wie Gesundheitsservice, Bibliothek, Kulturprogramm, Kinderbetreuung und last but not least erschwingliche Gastronomie oder einfach einen Ort zum Sonnen. Ebenso interessant die Finanzierung, getragen von den im Stadtbezirk ansässigen Gewerbebetrieben.
Im Entwurfsstudio sammeln wir interessante Konzepte für Gemeinschafts-, Sozial-, Kultur- und Bildungszentren weltweit. Wir diskutieren die Rolle eines solchen öffentlichen Ortes und die Potenziale für Bad Cannstatt. Wir erkunden und analysieren den Standort im Umfeld des Wilhelmsplatzes und übertragen die Erkenntnisse in einen Entwurf: SESC in BC.

 

Idealerweise wird das Entwurfsstudio mit dem Seminar IBA Summerschool kombiniert, welches bereits unmittelbar vor Semesterbeginn stattfindet. Wir pflegen eine diskursive Studiokultur. Das Arbeiten im Studioraum ist deshalb zwingend. Der Entwurf kann in Gruppenarbeit bearbeitet werden.

 

Endabgabe: Ende Februar 2019

 

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Maria Schiller
Alexander Richert


Bad Gastein - Zentrum einer temporären Stadt?

 

Entlang des Gasteinertals entstand aus ursprünglich kompakten historischen Dorfkernen eine zersiedelte Landschaft. Bad Gastein bildet den baulichen imposanten Endpunkt des Tals. Durch wöchentlich so viele Touristen wie Einwohner kann die Gemeinde Bad Gastein saisonal als temporäre Stadt diskutiert werden.

Im 19. Jahrhundert wurde Bad Gastein durch die einmalige Lage in dramatischer Landschaft zum beliebten Kurort für Wohlhabende. Die Trennung von Bediensteten und Touristen führte zu sozial und funktional
getrennten Stadträumen, ähnlich einer topografisch manifestierten Gated-Community und manifestierte sich auch morphologisch zum heute typischen Stadtbild mit großen Hotels der Bel Époque.

Heute betrachtet der Tourist das historische Zentrum aus verspekulierten, leeren Hüllen und das Stadtleben hat sich längst entlang des Tals ausgebreitet. Weniger fotogen in neuen provisorisch anmutenden Zentren.

Trotz vorbildhafter Besucherzahlen: Kann Tourismus das letzte Allheilmittel historischer, innerstädtischer Zentren sein? Denn das Scheitern der räumlichen und ökonomischen Konzentration auf nur einen Aspekt hat gezeigt, dass Bad Gastein für eine zukünftige Entwicklung unsentimental als Agglomeration betrachtet werden muss. Aus einer übergeordneten Analyse soll eine Gesamtstrategie entwickelt werden, aus der beispielhaft ein konkreter räumlicher Eingriff abgeleitet wird.

 

Unsere Studiokultur erfordert den Dialog, daher setzen wir für diesen Entwurf eine maßstabsübergreifende Bearbeitung im Zweierteam voraus. Bitte bewerbt euch einzeln! Sollten potenzielle Teams nicht beide Plätze im Vergabeverfahren bekommen, werden wir versuchen, die Restplätze mit Entwurfspartnern zu füllen.

 

Exkursion: 5.-8. November 2018 (voraussichtlich)

 

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Sascha Bauer
Harry Leuter


Der Diskurs über eine inklusive Stadtentwicklung, die Qualifizierung bestehender Stadtquartiere und die Mischung von Nutzungen in urbanen Kontexten ist nicht nur in Europa, sondern weltweit und damit auch in Südamerika zu führen. Die Studierenden denken, entwerfen und diskutieren im Rahmen der vorgeschalteten Exkursion und der Sommerschule La Matriz Konzepte für die Stadt und Stadtgesellschaft, als konkrete Diskussionsbeiträge für die Verbesserung der Lebensbedingungen in zentralen und doch marginalisierten Stadtteilen. Architektur und Stadtplanung zeigen hierbei ihre Alltagsrelevanz und Bedeutung im Diskurs über die Entwicklung von Stadt als gemeinschaftlichen und inklusiven Lebensraum.

 

Im Anschluss an die Exkursion und die Sommerschule in Valparaíso sind die Entwurfsansätze in den einzelnen Hochschulen (Universität Stuttgart, Universidad Tecnica Federico Santa Maria, Universidad de Buenos Aires) in interdisziplinären Entwurfs-Studios vertieft worden. Anhand einer maßstabsübergreifenden Entwurfsanalyse im Kontext von La Matriz wurden individuelle Ansätze zur Entwicklung eines eigenständigen Konzeptes in Gruppen erarbeitet. Dabei lag der Fokus auf einer integralen Herangehensweise im näheren Umfeld des UNESCO Weltkulturerbes und der sogenannten Buffer Zone.

In den Stuttgarter Entwurfsgruppen wurde in unterschiedlichen Quartieren gearbeitet, welche sich vom Hafengebiet über die von starker Verkehrsinfrastruktur durchzogenen Ebene bis hin zu der Übergangszone um das Barrio La Matriz entwickelten. Somit konnte die gesamte Bandbreite des speziellen Kontextes in Valparaíso von der Hafenkante (El Plano) bis hin zur Avenida Alemania (Cerros) gedacht werden.

Die Eingliederung eines Konzeptes im städtebaulichen Maßstab wurde in den nächsten Schritten über den Architekturmaßstab gedacht, diskutiert und weiter entworfen. Kommend von einer übergeordneten räumlichen Strategie für die Stadt Valparaíso, entwickelten die Studierenden eine städtebauliche Setzung an von ihnen gezielt ausgewählten Orten. Eine Vertiefung erfolgte im Hinblick auf ein urban gedachtes Quartier, einer kontextuell angepassten programmatischen Diversität und insbesondere des Wohnbaus mit starkem Bezug zu den eigenständigen Blockkubaturen, welche neue Grundrisstypologien erforderten.

Arbeiten der Studierenden:

Katharina Wackler und Phaea Korycik

 

Der Ursprung Valparaísos liegt am Hafen. Bis zur Eröffnung des Panama-Kanals war dieser der wichtigste Umschlagort Süd- und dem Westen Nordamerikas. Durch den rückläufigen Schifffahrtsbetrieb hat der historische Kern La Matriz an Bedeutung verloren. Leerstand und Brachflächen ergänzen den vernachlässigten Eindruck des Stadtteils.

Der Entwurf setzt am Wasser einen Impuls und stärkt die Angliederung an den Stadtteil mit einer Transformation der Uferkante und der Öffnung des aktuell geschlossenen Hafengebietes.

Der Hafen erhält ein baulich manifestiertes Gegenüber, wovon beide Seiten profitieren. Das entstehende Mischgebiet bleibt dem rauen, einfachen Hafencharakter treu. Auf den drei neu entwickelten Baufeldern wird das Wohnen mit den für die Stadt typischen Erdgeschossnutzungen kombiniert und unterschiedliche Raumangebote ermöglichen eine bunte Mischung – von kleinen Werkstätten bis hin zum Zeitungskiosk oder Obsthändler.

Die ausgearbeitete Gebäudetypologie ist eine Neuinterpretation der für Valparaíso typischen Blockbebauung von circa 30x30m. Um mit der großen Tiefe des Gebäudes umzugehen und eine ausreichende Belichtung zu ermöglichen, arbeitet der Entwurf mit einer Kombination aus Lichtschächten und Erschließungsplattformen und bietet zudem die Möglichkeit mit differenzierten Haushaltsgrößen umzugehen. An der prominenten, dem Wasser zugewandten Fassade, befindet sich ein Gemeinschaftsraum, der für alle Bewohner zugänglich ist und das für Valparaíso einmalige Hafengebiet im Stadtzentrum für eine weitere Entwicklung in den Fokus rückt.

Anna-Lea Rohrbach, Lisa Schmidt und Julian Lipp

Auf der städtebaulichen Ebene ist Valparaíso nach verheerenden Naturereignissen wie partiellen Bränden, Tsunamis und Erdbeben als Patchwork zu sehen.

Das Entwurfskonzept besteht darin, La Matriz als zentralen Flicken zu betrachten, von welchem aus sich die Stadt in die Cerros hinauf entwickelt hat.

Die Setzung in diesem Bereich soll die Verbindungen in die anderen Quartiere stärken und durch die gedachte Richtung vom Berg ins Tal, erhält diese erstmals eine Aufmerksamkeit durch die Stärkung der Gebäuderückseiten.

Auf der Quartiersebene betrachtet der Entwurf die Verbindungen zwischen öffentlichen Räumen durch Erweiterung der bestehenden Platzabfolge. Dem Netzwerk aus Plätzen werden neue hinzugefügt, welche die von den Hügeln kommenden Menschen in Empfang nehmen. Hierbei sind introvertierte Höfe nachbarschaftliche Verbindungsglieder dieser neuen Freiräume. Dies wird erreicht durch die Setzung neuer Bausteine in brachliegenden Flächen in einem heterogen bebauten Umfeld.

Im architektonischen Maßstab werden aus dem Motiv des Patchworks heraus verbindende räumliche Verknüpfungselemente im Wohnbau entwickelt. Dabei haben die Patiohäuser gemeinsame Eingangsbereiche, dem Laubengangtyp sind private Freibereiche angegliedert und bei den topographisch eingebundenen Townhäusern wurde mit fließenden Splitlevel eine Verbindung zum äußeren Kontext erschaffen.

 

Ines Ehrenbach und Silva Maringele

Leitidee des Entwurfs „Stadt Quartier Nachbarschaft“ ist das Ermöglichen nachbarschaftlichen Lebens im derzeit unbelebten Stadtteil La Matriz durch die Neuinterpretation der vorhandenen Baustruktur. Diese bietet derzeit durch allseitig geschlossene Blöcke kaum nachbarschaftlich nutzbare Bereiche.

Im Entwurf wird Nachbarschaft auf mehreren Ebenen ermöglicht. Die Weiterführung des Stadtboulevards schafft Verknüpfungen auf gesamtstädtischer Ebene, die Verbindung von „Plano“ und „Cerro“ wird über eine neue, im rechten Winkel zum Stadtboulevard verlaufende, Hauptachse mit formeller und informeller Marktfunktion geschaffen. Nachbarschaft auf Quartiersebene wird durch verschiedene soziale und kulturelle Angebote gefördert. Über die Setzung der Gebäude entsteht ein Hof, der zur nachbarschaftlichen Interaktion von Haus zu Haus anregt.

Innerhalb der Gebäude werden neben stark ausdifferenzierten Wohngrundrissen gemeinschaftlich nutzbare Flächen und großzügige Erschließungsflächen mit Aufenthaltsqualität geschaffen. Sowohl herkömmliche Geschosswohnungen als auch experimentelle Wohnformen, wie Clusterwohnen und Großhaushalte sind in das neue Quartier integriert. So wird die Voraussetzung für eine soziale Mischung und für informelles Zusammentreffen der Hausbewohner ermöglicht.

Exkursion 19.-22. + 29.-31.3
Workshop 23.-28.3.2018
Location: DUC La Matriz, Valparaiso, Chile
Organisation: Universidad Tecnica Federico Santa Maria, Valparaiso, Chile
University of Stuttgart, Faculty of Architecture and Urban Planning, Stuttgart, Germany
Universidad de Buenos Aires, Facultad de Arquitectura, Posgrado lnternacional en Urbanismo, Buenos Aires, Argentina

 

Partner:

Universität Stuttgart, Institut für Wohnen und Entwerfen (IWE), Stuttgart, Germany
Prof. Dr.-lng. Thomas Jocher mit Dipl.-Ing. Sylvia Schaden
Universität Stuttgart, Städtebauinstitut (SI), Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen, Stuttgart, Germany
Prof. Dr.-lng. Martina Baum mit MA Sascha Bauer und MA Maria Schiller
Universidad Tecnica Federico Santa Maria, Departamento de Arquitectura, Valparaiso, Chile
Prof. Marcela Soto und Prof. Dr. Jorge Leon
Universidad de Buenos Aires, Facultad de Arquitectura, Posgrado lnternacional en Urbanismo, Buenos Aires, Argentina
Gast.-Prof. Markus Vogl, Walter Gropius Lehrstuhl (DAAD) mit Facundo Fernandez

Students from Stuttgart:
Ines Ehrenbach, Sabine Kastner, Phaea Korycik, Julian Lipp, Silva Maringele, Anna-Lea Rohrbach, Lisa Schmidt, Katharina Wackler

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Sascha Bauer
Maria Schiller


Studio Buenos Aires
Mi Casa – Mi Ciudad
Neue typologische Ansätze an den Schnittstellen von Formalität und Informalität
Eine Kooperation des IBK 1 (Prof. Peter Cheret) mit dem SI (Prof. Martina Baum)

 

Die Stadtverwaltung von Buenos Aires unternimmt größte Anstrengungen, die Elendsviertel der Haupstadt zu urbanisieren. Im Büro des Wohnbaustadtrates von Buenos Aires herrscht eine große Expertise in der Arbeit in den sogenannten Villas Miserias, den informellen Siedlungen der Stadt. So sehr der Wohnungsbau als Programm einer Sozialen Stadtpolitik auch wieder Gehör findet, so erscheinen es nur Wiederauflagen alter typologischer Konzepte der Spätmoderne zu sein.

 

Das Entwurfsstudio stellte sich im Wintersemester den aktuellen Herausforderungen an das städtische Wohnen im metropolitanen Kontexten, fragte nach den Auswirkungen globaler Prozesse auf das städtische Umfeld, spürte räumliche Konflikte und Potentiale zwischen Informalität und Formalität auf, diskutierte und bewertete. Gerade dieses Spannungsfeld sollte uns auch die klassischen Trennungen zwischen Wohnen und Arbeiten hinterfragen lassen.

Welche Chancen bieten neue hybride Gebäudetypologien in innerstädtischen Kontexten für die Integration marginalisierter Gesellschaftsschichten? Wie muss das städtebauliche Umfeld beschaffen sein, damit diese neuen Stadtbausteine soziale, ökonomische und räumliche Zugänglichkeiten und Verbindungen begünstigen? Welchen Mehrwert können öffentliche Einrichtungen in den neuen Typologien bieten?

Das Studio förderte die integrale Debatte zwischen den Maßstäben, zwischen Konstruktion, Materialität bis hin zur städtischen Verflechtung, zwischen lokalem Potenzial und übergeordneter stadträumlicher Strategie und entwarf mit neuen Gebäude- und Freiraumtypologien Entwicklungsspielräume für eine soziale Stadt Buenos Aires. Dabei bedienten wir uns drei unterschiedlicher Ausgangssituationen: Dem leeren innerstädtischen Grundstück, der Integration mit einer bestehenden sozialen Einrichtung oder der Transformation industrieller Brachflächen.

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Prof. Peter Cheret (IBK1)
Marc Remshardt (IBK1)
Christiane Kolb

 

Studierende: Loff Victor, Stampoulidis Marina, Graf Vincent, Stobel Lena, Dirmeier Lea, Mezger Marlene, Schauder Pia, Jasmari Kastriot, Ratti Valentina, Schmidt Lisa, Ritter von Sporschill Maximilian, Bhowmik Dipayan, Von Rüdiger Philipp

Entwurfsergebnis: Lea Dirmeier und Lisa Schmidt

Das Grundstück im Süden La Bocas liegt an der Spannungsgrenze zwischen Touristik, Kulissenarchitektur und der oft harten Alltäglichkeit der Bewohner. Durch die Wirtschaftskrise im Jahr 2001 waren viele Menschen in Buenos Aires, aber vor allem auch aus der Umgebung dazu gezwungen, ihr Geld durch das Sammeln von Müll zu verdienen. Die sogenannten Kartoneros sind fester Bestandteil des Logistik Buenos Aires und erfüllen somit eine wichtige Aufgabe. Durch ihre Arbeit werden 13% des Mülls der Stadt recycelt. Die Idee war es, auf dem ausgewählten Block eine Cartonero-Initiative anzusiedeln, die sich dem Papier annimmt. Jeder südlich anschließende Block könnte die Weiterverarbeitung eines anderen Materials, wie Metall oder Glas zu Thema haben.

Das räumliche Leitbild des Entwurfes war es, die unterschiedlichen charakteristischen Nachbarschaften in das Bebauungsgebiet einfließen zu lassen und den Charakter der jeweiligen Einkerbung zum Thema zu machen. Die südliche Eingebung dient als Umschlagplatz für Materialien, die westliche greift das Thema des Grünflusses auf. Die östliche Einkerbung beherbergt das öffentliche Zentrum des Blocks und bildet zugleich den Vorplatz der Bibliothek aus und stellt damit den zentralen Ort des Ankommens dar.

Entwurfsergebnis: Marlene Mezger und Pia Schauder

Partner:

Universität Stuttgart, Institut für Baukonstruktion und Entwerfen Lehrstuhl 1 (IBK1), Stuttgart, Germany
Prof. Peter Cheret mit Dipl.-Ing. Marc Remshardt
Universität Stuttgart, Städtebauinstitut (SI), Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen, Stuttgart, Germany
Prof. Dr.-lng. Martina Baum mit MSc Christiane Kolb
Universidad Tecnica Federico Santa Maria, Departamento de Arquitectura, Valparaiso, Chile
Prof. Marcela Soto und Prof. Dr. Jorge Leon
Universidad de Buenos Aires, Facultad de Arquitectura, Posgrado lnternacional en Urbanismo, Buenos Aires, Argentina
Gast.-Prof. Markus Vogl, Walter Gropius Lehrstuhl (DAAD) mit Facundo Fernandez

 


Die örtliche oder räumliche Aneignung ist eine im allgemeinen Sprachgebrauch geläufige Formulierung, welche in der Stadtforschung jedoch keinem theoretischen Konzept entspricht. Unter dem Leitbegriff „polyvalente Alltagsorte“ wollen wir uns auf die Suche machen, wie sich alltägliche Nutzungen architektonisch und städtebaulich verankern – wie vielschichtig und polyvalent solche räumlichen Organisationen an einem Ort sein können und wie sich diese womöglich aus früheren Anforderungen transformiert haben.

Diese Orte und Räume der Mehrdeutigkeit, Ambivalenz und Vielfalt bieten den Nährboden für zukünftige Wandlungsprozesse, anhand derer wir Beziehungen neu deuten und denken wollen. Sie suggerieren Stabilität durch die Anmutung des Unfertigen und werden oftmals als Konstante gepflegt und wahrgenommen. Über die Untersuchung dieser raumbezogenen Identifikationsprozesse hinaus greifen wir alltägliche Dynamiken und lokale räumliche Potenziale auf, um die spezifischen Qualitäten des Ortes herauszuarbeiten und neue Möglichkeitsräume für ein urbanes Quartier zu entwerfen.

Dabei arbeiteten wir an der Schnittstelle zwischen Architektur und Städtebau auf unterschiedlichen Maßstabsebenen von lokalen Situationen bis zu gesamtstädtischen Verflechtungen, dachten in ortsspezifischen Potenzialen und übergeordneten Strategien, entwarfen neue Gebäude- und Freiraumtypologien und wollten damit neue Entwicklungsspielräume für eine urbane Gesellschaft entwerfen.

Die Abgabeleistung umfasste eine theoretische Auseinandersetzung, einen konzeptionellen und experimentellen Atlas sowie eine Entwurfsleistung im städtebaulichen Maßstab.

 

Entwurf: Bauschelastizität Polyvalente Alltagsorte, Noha Ramadan und Jonas Mattes

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Sascha Bauer
Sebastian Klawiter
Thorsten Stelter

 

Studierende: Alkan Mustafa, Becker Johanna, Celik Elif, Heitz Joscha, Krumbe Matthias, Mattes Jonas, Misyuryaeva Elizaveta, Moldaschl Silke, Ramadan Noha, Sarovic Jelena, Thomas Selina, Wan Kang, Yunar Kübra


Leitbegriffe wie „urbanes Quartier“ und „produktive Stadt“ thematisieren neue Kombinationsmöglichkeiten von Wohnen und Arbeiten. Sie skizzieren die Wiederentdeckung der Stadt als durchmischten und vernetzten Lebensraum einer vielschichtigen urbanen Gesellschaft. Durch die Industrie 4.0 verschieben sich Grenzen zwischen Typologien in Architektur und Freiraum und eröffnen auf Grund ihrer sauberen und effizienteren Produktionsabläufe und Wertschöpfungsketten neue Synergien mit dem Wohnen. Doch welches Bild von Stadt, welche Alltagsräume fördern Innovation und lassen Stadt wieder produktiv werden? Welche Rolle spielt dabei ein lebendiges und attraktives Umfeld und wie beeinflussen neuartige Firmenkonzepte die zukünftige Identität von Stadtquartieren?

 

Bild: Modell zum Thema „Schwellen und Grenzen“ von Alina Gold aus dem Seminar „Städtebau. Entwurfsmethoden“ WS 2016/17

Mit diesen Fragen befassten wir uns am letzten innerstädtischen Filetstück Stuttgarts – dem Gebiet um die Wagenhallen in Stuttgart Nord. Das durch die Planungen von Stuttgart 21 viel diskutierte Bahnareal bietet in seiner Mehrdeutigkeit, Ambivalenz und Vielfalt Chancen für die Entwicklung eines neu gedachten Quartiers. Dabei arbeiteten wir an der Schnittstelle zwischen Architektur und Städtebau. Zunächst entwarfen wir ein robustes städtebauliches Gerüst und näherten uns dann über die Typologie der konkreten Architektur, die dies ermöglicht. Wir hatten die Chance im Rahmen des städtebaulich-architektonischen Ideenwettbewerbs die stärksten Beiträge mit ca. 2.000 Euro Preisgeld zu prämieren.

SI | Städtebau-Institut – Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum, AM Christiane Kolb, AM Sascha Bauer

IRGE | Institut für Raumkonzeptionen und Grundlagen des Entwerfens
Prof. Markus Allmann, AM Bettina Klinge

Studierende: Ender Cicek, Leon Vohl, Philip von Rüdiger, Dipayan Bhowmik, Annemei Sofia Gerst, Theresa Huber, Anna-Lea Rohrbach, Johannes-Andreas Rau, Julian Lipp, Richard Königsdorfer, Paul Vogt, Stefan Keller, Luis Seider, Viviane Peiseler

 

Ergebnisse und Wettbewerb zum Entwurf Urbanes Quartier Generation 21 Stuttgart Nord
Preisgericht vom 27.07.2017

Ausgelobt von der Robert Bosch GmbH, Stuttgart; Herr Dr. Michael Jantzer in Kooperation mit der Universität Stuttgart | Architektur und Stadtplanung

SI | Städtebau-Institut – Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum, AM Christiane Kolb, AM Sascha Bauer

IRGE | Institut für Raumkonzeptionen und Grundlagen des Entwerfens
Prof. Markus Allmann, AM Bettina Klinge

Juryvorsitzender: Prof. Andreas Quednau (Leibniz Universität Hannover)
Jurymitglieder: Robin Bischoff (Vorstand Kunstverein Wagenhalle e.V., Stuttgart), Albert Fischer (Robert Bosch GmbH, Stuttgart), Matthias Hahn (Bürgermeister a.D. für Städtebau und Umwelt, Stuttgart), Dr. Michael Jantzer (Robert Bosch GmbH, Stuttgart), Olga Ritter (Ritter Jockisch Architektur, München), Gerko Schröder (TH Treibhaus Landschaftsarchitektur, Hamburg), Prof. Stefan Werrer (FH Aachen)

Beurteilungstexte der Jury und Preisgerichtsentscheidung:

 

 

 

Projekt 001
Titel: Stadträume
Verfasser: Richard Königsdorfer und Paul Vogt
Preis: 1. Preis

Die Arbeit „Stadträume“ stellt auf den ersten Blick eine brutale Intervention und Setzung im Stadtraum dar, die jedoch beim genaueren Hinsehen subtil auf das Umfeld reagiert und sich durch eine clevere Ausarbeitung im Detail auszeichnet. Der harte Kontrast zwischen lebendigen Höfen und grünem Umfeld erscheint reizvoll wie fremdartig.

Die vorgeschlagene Typologie der in Reihe geschalteten, miteinander verknüpften Doppelhöfe erinnert an Berliner Gewerbehöfe und wird als ein innovatives, robustes Grundgerüst für die gewünschte Nutzungsmischung in einem urbanen Quartier gesehen.

Abschnitte mit unterschiedlicher Gebäudetiefe reagieren gut auf den Kontext und eröffnen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und Flexibilität. Durch die Öffnung des Rahmens an besonderen Anschlusspunkten zum Bestand, wie zum Trichterplatz oder an den Wagenhallen entstehen spannende Orte des Austauschs. Die wiederkehrenden, gleich großen Höfe bieten geeigneten Raum zur Aneignung, werfen jedoch Fragen hinsichtlich des Grads der Versiegelung sowie der Strukturierung von Öffentlichkeit, Gemeinschaftlichkeit und Privatheit auf.

Insgesamt wird die Arbeit als ein innovativer Diskussionsbeitrag für ein gemischt genutztes urbanes Quartier an einem besonderen Ort mit komplexen Rahmenbedingungen gewürdigt.

Projekt 002
Titel: Urbanes Quartier Stuttgart Nord: Pate 4.0
Verfasser: Julian Lipp und Johannes-Andreas Rau
Preis: 1. Preis

Der erweiterte Titel der Arbeit „Pate 4.0“ weckt die Neugier der Jury. Für die Entwicklung des neuen Stadtteils schlagen die Autoren ein „konzeptgebundenes Vergabesystem der Grundstücke“ vor, das in der Umsetzung der Ambivalenz des Titels gerecht werden könnte.

Die Beschäftigung mit den Akteuren und Prozessen von Stadtentwicklung wird begrüßt und führt zu einem eigenständigen Ansatz, der dem Ziel, ein modellhaftes Szenario für ein neues städtisches Quartier zu entwickeln, entspricht.

Grünräume entlang der alten Gleislinien umrahmen den neuen Stadtteil und verbinden ihn mit den benachbarten Parkanlagen – gleichzeitig wird die Insellage beibehalten, die die partikulare, introvertierte Struktur betont.

Die Fläche zwischen den ehemaligen Gleisanlagen wird von einem Pattern aus Plätzen und kompakten monolithischen Baukörpern bedeckt, die eine realistische, homogene bauliche Dichte erzeugen. Eine zentrale Erschließungsachse und Baufeld-gliedernde Querverbindungen zu den benachbarten Stadtteilen treten in den Hintergrund und überlassen Auto, Radfahrern und Fußgängern einen hierarchielosen „shared space“. Gemeinschaftsflächen im Erdgeschossbereich und auf Dachterrassen sowie gemeinsam genutzte Gästebereiche senken den individuellen Platzbedarf zugunsten sozialverträglicher Wohnkosten.

Die Gliederung und die differente Gestaltung der öffentlichen Bereiche, Höfe und Gebäude soll durch die Aneignung der Benutzer entstehen und in ihrer Vielfalt ein nachbarschaftliches Netzwerk abbilden.

Das „urbane Biotop“, das sich die Autoren für jedes einzelne Gebäudeensemble wünschen, hätte ein assoziativer Titel für die Arbeit sein können

Projekt 003
Titel: Heimat
Verfasser: Ender Cicek und Leon Vohl
Preis: Anerkennung

Das Projekt „Heimat“ fasziniert durch seine große Bandbreite von der Auseinandersetzung mit der Philosophie Adornos und ihrer Übertragung in einen Stadtbaustein für Wohnen und Arbeiten bis hin zur gelungenen Darstellung attraktiver räumlicher Atmosphären.

Über eine eigenständige Interpretation bekannter typologischer Elemente entsteht eine quadratische Blockfigur mit einem drei- bis viergeschossigen Rand für gewerblichen Nutzungen und einer mittig angeordneten fünf- bis sechsgeschossigen Wohnstruktur aus zusammengesetzten Kreisformen. In der Kombination mehrerer dieser Blöcke entstehen interessante kleinteilige Zwischenräume mit einer hohen Alltagstauglichkeit.

Auch wenn hinsichtlich der Maßstäblichkeit und insbesondere des Umgangs mit dem Ort durch die reine Addition der Blockfiguren Fragen bleiben, bildet die Arbeit dennoch einen sehr eigenständigen und offensichtlich mit viel Leidenschaft ausgearbeiteten Beitrag zu einem Quartier für die Generation 21 und regt so zur weiteren Diskussion nicht nur über mögliche spätere Aneignungsprozesse an.

 

 

 

Projekt 004
Titel: Stadthaus 2.0
Verfasser: Theresa Huber
Preis: Anerkennung

Die Verfasserin weist zwei sehr unterschiedliche Baufelder aus. Mit der Aufnahme des historischen Motives der Gleisanlagen wird ein nachvollziehbarer Bezug zum Ort geschaffen. Die daraus abgeleitete kleinteilige Stadthausstruktur mit den differenzierten Erschließungen für Fußgänger- und Fahrverkehr wird als Grundidee anerkannt, weist aber nicht in Richtung innovativer Ansätze im Umgang mit dem Thema. Sie führt bei der Zuordnung von Funktionen eher zu Zufälligkeiten, auch bei der Gestaltung der Außenräume.

Der Vorschlag einer großformatigen Hallenstruktur mit offenen Bereichen im Zusammenspiel mit den Wagenhallen ist nachvollziehbar. Die Zusammenführung der Hallenstruktur mit der kleinteiligen Stadthausstruktur ist in der geometrischen Ausformung gestalterisch jedoch nicht vollends befriedigend.

Insgesamt stellt der Beitrag vor allem einen interessanten Ansatz zur Auseinandersetzung mit dem Ort dar. Innovation wird allerdings vermisst.

 

Projekt 005
Titel: Habitat Nord
Verfasser: Philip von Rüdiger
Preis: Anerkennung

Die Arbeit „Habitat Nord“ zeichnet sich durch einen sensiblen Umgang mit der aktuellen Situation vor Ort aus. Anstatt der Aufgabenstellung zu folgen und ein urbanes Quartier mit entsprechend dichter Bebauung zu entwickeln, liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung der Qualitäten der Außenflächen und der vorgefundenen Nutzung oder Bebauung.

Sowohl informell angeeignete Räume durch Künstler oder Urban Gardening, das Waggon-Atelier-Projekt auf Schienen, die Container City der Künstler, Flächen die sich die Natur zurückerobert hat, das zurückgebliebene Betonwerk oder eine große Beton-Fläche finden Berücksichtigung in einem prozessual entwickelten Freiraum. Das Gebiet wird zu einem Freiraum und Experimentierraum, einem Arbeits- und Freizeitraum, einem Inspirations- und Werkpark. Vorgefundene Strukturen werden umgenutzt und zweckentfremdet, weiterentwickelt, transformiert und im großen Umfang angeeignet. In den heterogenen rauen Freiraum werden vier pavillonartige Gebäude integriert, die in einer um einen Hof angeordneten Laubengangtypologie Flächen zum Wohnen und Arbeiten bieten. Die Gebäude fügen sich durch das lichte Erdgeschoss gut in den Freiraum ein.

Bei einer immobilienwirtschaftlichen Betrachtung erscheint der Beitrag aufgrund der vorgeschlagenen Dichte an diesem Standort jedoch kaum realisierbar. Das vorgeschlagene „Habitat Generation 21“ ist dennoch ein innovativer Beitrag für die Stadt- und Freiraumentwicklung der Region und der Stadt Stuttgart.

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Prof. Markus Allmann (IRGE)
Bettina Klinge (IRGE)
Sascha Bauer
Christiane Kolb

Studierende: Ender Cicek, Leon Vohl, Philip von Rüdiger, Dipayan Bhowmik, Annemei Sofia Gerst, Theresa Huber, Anna-Lea Rohrbach, Johannes-Andreas Rau, Julian Lipp, Richard Königsdorfer, Paul Vogt, Stefan Keller, Luis Seider, Viviane Peiseler, Anna Frank, Claudia Deppe


Rem Koolhaas argumentierte schon im Jahr 2001 in seinem „Harvard Guide to Shopping“, dass Shopping wohl die letzte verbliebene Form einer öffentlichen Tätigkeit sei. Er erforschte dabei mit seinen Studierenden Räume, Techniken, Ideologien und Erfindungen, mit denen Shopping so drastisch zur Transformation urbaner Räume in unseren Städten beigetragen hat.

Im Wintersemester 16/17 nehmen wir das Shopping-Center „Boven´t Y“ am Buikslotermeerplein im Norden Amsterdams unter die Lupe, da der bislang vergessene Stadtteil nördlich des Flusses IJ seit Ende der Finanzkrise einem hohen Entwicklungsdruck ausgesetzt ist. Eine Investorengruppe will aufgrund der neuen Zentralität direkt an der neuen Nord-Süd-U-Bahnlinie das bestehende Shopping-Center nicht nur renovieren, sondern durch eine großmaßstäbliche Erweiterung zur größten Mall Amsterdams umbauen. Somit steht der lange Zeit unangetastete Stadtteil vor großen räumlichen, ökonomischen und sozialen Transformationsprozessen.

Aus diesem Grunde begeben wir uns auf die Suche nach den alltäglichen Dynamiken und den lokalen räumlichen Potenzialen in Amsterdam Noord, arbeiten spezifische Qualitäten des Ortes heraus und entwerfen neue Möglichkeitsräume für ein urbanes Quartier. Den wichtigen und neuen Themen einer sich stetig erneuernden europäischen Stadt soll Raum verschafft werden: den urbanen Allmenden, einer sozialen Ökonomie, einem sozialen Wohnen und Arbeiten in der Stadt, einer inkludierenden Stadt.

 

Anfang November haben wir zusammen mit lokalen Akteuren vor Ort im Shopping-Center gearbeitet:

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Lynn Mayer
Markus Vogl
Isabel Zintl

 

Studierende:
Yang, Qianzi
Bollow, Tillmann
Rückert, Stefan
Kühnle, Dominic
Schendel, Jonas
Dapperger, René
Bournigal, Pamela
Gierl, Melina
Mitchell, Leonard
Otarbayeva, Baktybala
Tolj, Emilija
Yang, Yi
Wan, Kang
Mas Verge, Iván
Schaugg, Philipp
Lillo Castanos, Adrián
Stamm, Jonas
Bhowmik, Dipayan
Silberzahn, Anne
Schauder, Pia
Özge, Yazici
Mezger, Marlene
Ahmed, Ezzat

Projekt 01: Melina Gierl und Emilija Tolj


Als ein Kennzeichen der historisch gewachsenen europäischen Stadt wird die Nutzungsmischung innerhalb eines Gebäudes, dem Block und im Quartier seit Jahren diskutiert. Bisher konnten jedoch, aufgrund fehlender rechtlicher Rahmenbedingungen die entstandenen Konzepte vielfach nicht in die Umsetzung einfließen. Dies soll sich in den nächsten Jahren ändern. Das Studio untersucht und betrachtet, anhand des Planungsgebietes im Münchner Nordosten, architektonisch und städtebaulich Konzepte für die Koexistenz von Wohnen und Arbeiten im Quartier, auf einem Grundstück sowie im selben Haus. Die entwickelten Typologien, stehen in spannungsreicher, wechselseitiger Beziehung zu gewerblichen wie industriellen Einrichtungen, Arbeits-, Erholungs- und Begegnungsräumen.

 

Exemplarisch fragen wir:
Wie weit können verschiedene Nutzungen räumlich geschichtet und verwoben werden? Wie können auch alltägliche Nutzungen koexistieren und wo sind die Grenzen? Wie organisieren sich Gebäude und Quartiere, die Raum bieten für Mischung und Dichte? Wie adaptiv müssen bauliche Strukturen sein und welchen Beitrag leisten sie zur Urbanität? Wie kann ein Gebäude und Quartier als Arbeits- und Lebensort gleichermaßen attraktiv sein?

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Lynn Mayer
Constantin Hörburger
Thorsten Stelter

Studierende: Alina Gold, Luka Kettering, Dorothee Limbach, Nicole Ottmann, Wiebke Richter, Tobias Seith

Projekt 01: Alina Gold

Der Entwurf entsteht aus der genauen Untersuchung und Definition des Begriffs Urbanität. Auf soziologische Ebene ist Urbanität Kultur und das Bildungsversprechen für jeden, soziale Heterogenität, demokratische Strukturen und der Umgang mit Erfahrung. Urbanität gestaltet sich vor allem durch Stadtidentität. Architektur für den spezifischen Ort München Nord- Ost wird durch Elektrizismus erreicht. Vorhandene identitätsprägende Elemente wie die aufgelockerte Bebauung, das Satteldach, die Weite, die Landwirtschaft, das Wasser und die Arkade werden aufgegriffen und neu zusammengesetzt. Ein weiterer wichtiger gestalterischer Aspekt für Urbanität ist die Funktionsmischung und die erkennbare urbane Nutzung im Sockelbereich. Auf städtebaulicher Ebene wird eine bewusste konzentrierte und punktuelle Setzung der entstandenen Typologien(gruppen) vorgenommen. Somit manifestiert sich das Thema der Enge und Weite auch auf städtebaulicher Ebene.

Projekt 02: Dorothee Limbach


„Die Wirklichkeit liebt die Symmetrien und die leichten Anachronismen … Die Stadt hatte um 7 Uhr früh noch nicht das Aussehen eines alten Hauses eingebüßt, das ihr die Nacht zu geben pflegte; die Straßen waren wie lange Gänge, die Plätze wie Höfe. Dahlmann erkannte sie mit einem Gefühl von Glück und einem Hauch von Schwindel wieder; Sekunden bevor seine Augen sie entdeckten, erinnerte er sich an die Straßenkreuzungen, die Anschlagsäulen, an die bescheidenen Unterschiede im Stadtbild von Buenos Aires. Im gelben Licht des neuen Tages kamen alle Dinge zu ihm zurück. Jedermann weiß, daß der »Süden« jenseits der Straße Rivadavia beginnt. Dahlmann sagte immer, daß das keine bloße Redensart ist, daß, wer diese Straße überquert, eine ältere und festere Welt betritt.“ (Borges, J. L. (2013): Fiktionen, S.156)

 

Im Entwurf und in der Sommerschule „Complex City Laboratory“ entwerfen in enger Zusammenarbeit Studierende, Lehrende, wichtige Interessensvertreter und lokale Akteure spezifische räumliche Entwicklungspotentiale für eine resiliente Integration der fragmentierten und marginalisierten Stadtbezirke im Süden der Hauptstadt Buenos Aires. Studierende der Fachbereiche Architektur und Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Raumplanung der FADU-UBA Buenos Aires, der TU Delft, der SLU Malmö, der École nationale supérieure d´architecture et de paysage de Bordeaux und der Fakultät für Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart arbeiten gemeinsam vor Ort in den Stadtteilen Comuna 8 und Comuna 9. Mit internationalen und interdisziplinären Entwurfsteams arbeiten an räumlichen Strategien für eine Integration dieser marginalisierten Stadtteile im Süden der Hauptstadt Argentiniens. Dabei beschäftigen wir uns mit einem mehr- oder mindergeordneten Meer von extensiv genutzten Industrieanlagen, Produktions- und Lagerflächen, neben denen die Autisten mehrerer Großwohnsiedlungen scheinbar unbeteiligt stehen, vermittelt vielleicht durch die schwer in ihrer Sozialräumlichkeit und Physiognomie greifbaren Strukturen vernachlässigter Wohn- und Elendsviertel.

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum, Prof. Antje Stokman
Christiane Kolb
Markus Vogl

 

Studierende:
Blüthgen, Anne-Marie; Boley, Kim; Buchs, Martina; Corredor, Laura; Dickmann, Svenja; Gemmece, Paul; Jehle, Lisa; Krämer, Kristina; Looser, Dominik; Pardo, Susanne; Roth, Marion; Tilke, Dennis; Ulrich, Alexandra; Chana, Chana; Frank, Anna; Kast, Hannah; Nichtern, Charis; Ort, Jan-Timo; Philipp, Anton; Rau, Bente; Schmidt, Mareike; Väth, Monica


Urbane Transformationen entlang des Kanals

Die Kanalzone im Westen des Zentrums zeigt sich in einem facettenreichen Bilderspektrum – Bilder von Hafenanlagen, Bauindustrie, extensiv genutzten Produktions- und Lagerflächen, aber auch Bilder vernachlässigter Wohnviertel mit einem hohen Anteil einer jungen und internationalen Bevölkerung aus niedrigen Bildungsschichten.

 

Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung durch die Stadtpolitik wurde der Kanal wieder auf die Bühne städtebaulicher Betrachtungen gehoben. Durch die neue Aufmerksamkeit seitens der Planung, der Medien und der Investoren wird der Entwicklungsdruck am Kanal größer und bisherige urbane Freiräume für die ansässige Bevölkerung und Firmen immer kleiner.

Im Wintersemester 2015/16 waren wir auf der Suche nach den lokalen Dynamiken und den räumlichen Potenzialen entlang der Kanalzone in Brüssel. Es wurde auf unterschiedlichen Maßstabsebenen gearbeitet, von lokalen Situationen bis zu gesamtstädtischen Verflechtungen, in lokalen Potenzialen gedacht und übergeordneten Strategien entwickelt. Neue Gebäude- und Freiraumtypologien wurden entworfen und durch Vernetzung und Verdichtung wurde die Kanalzone so transformiert, dass neue Entwicklungsspielräume für die urbane Gesellschaft Brüssels entstehen können.

 

Ein Workshop im Abattoir Brüssel: Studenten einer lokalen NGO und Geflüchtete kochten gemeinsam.
November 2015

Weiterführender Link zum Blog des Workshops: http://studiobrx.tumblr.com/

Weiterführender Link einem Video: http://studiobrx.tumblr.com/post/135242141732

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Christiane Kolb
Markus Vogl

Bild: Sabine Kastner, Anna Ludwig

Projekt 01: Sabine Kastner, Ann-Kathrin Ludwig

Projekt 02: Kettering, Mattes, Philipp


Studio Stuttgart - Kessel Mitte West; Stadt planen zwischen Leitbild und Akupunktur

Als politisches, wirtschaftliches, kulturelles und soziales Zentrum ist Stuttgarts Mitte Imageträger von Stadt, Land und Region. In den letzten Jahren wurden vermehrt neue Setzungen und punktuelle Aufwertungsmaßnahmen verschiedener Randlagen der Innenstadt in den Fokus gedrängt. Diese Bereiche zwischen historischer Mitte und autogerechter Stadt sind stark in die Jahre gekommen. Sie sind geprägt von nüchternen Zweckbauten der Nachkriegszeit, vielfach dominiert von den Bedürfnissen des Verkehrs mit unbefriedigenden öffentlichen Räumen und mindergenutzten Hinterhofsituationen. Mehrere tausend Quadratmeter Verkaufsfläche und ein beginnender Veränderungsdruck werfen die Frage nach der zukünftigen Rolle dieser Stadtquartiere auf! Wie sollen sich die Stadträume und das Stadtbild verändern? Wie sieht die urbane Mischung aus? Das Entwurfsstudio versuchte, durch analytische, phänomenologische und innovative Beiträge neue Impulse für die lokale Debatte über die Zukunft der Stadt zu bieten.

Der Entwurf „Die Rückeroberung der Stadt“ unternimmt den Versuch, Mobilität im Stadtraum neu zu definieren. Unter dem Anspruch „100% Raum“ wird die Rolle der Straße im Stadtorganismus neu interpretiert und eröffnet abseits klassischer Entwicklungsflächen ein enormes stadträumliches Potenzial. Die Qualität der Arbeit liegt in der differenzierten Ausformulierung städtebaulicher Beziehungen und im kreativen Umgang mit den Straßenbauwerken der Nachkriegsmoderne.
Mehrere typologische Adaptierungen ermöglichen neue urbane Aufenthaltsorte und eine identitätsstiftende Raumfolge. Die räumlichen und programmatischen Beziehungen werden in Bezug gesetzt und städtische Räume geschaffen. Dabei bauen die Verfasser auf dem Vorhandenen auf, entwickeln das Bestehende weiter und intervenieren mit neuen Setzungen, die die Geschichten des Ortes an der Hauptstätter Straße weiterschreiben können.

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen
Studio Kessel Mitte West
Prof. Dr. Martina Baum
Lynn Mayer
Thorsten Stelter

Studierende: Aichele Lea , Bollongino Simon, Lapel Garagatti Jonathan, Lazarova Kristin, Higi Leonard, Hocker Aileen, Karbach Magdalena, Schmidt Mareike, Schlegel Franziska, Strauß Milena-Louisa

 

Bild: Die Rückeroberung der Stadt. Bachelorarbeit von Kristin Lazarova & Leonard Higi, 2016


Zürich wächst, Zürich plant und Zürich baut!
Die hohe Lebensqualität prägt maßgeblich das Stadtbild. Die Stadtplanung findet internationale Anerkennung und bekennt sich zur Wiederentdeckung der Planung im Städtebau. Sie fokussiert auf einen „Konzeptionellen Städtebau“, der mehr will als die Addition einzelner Baugebiete und verfolgt dabei Strategien, die verschiedenen Akteure frühzeitig zur konstruktiven Zusammenarbeit anzuleiten.

 

Das Entwurfsstudio sucht nach innovativen Strukturkonzepten und Typologien, die das Hermetschloo-Areal in Zürich-Altstetten zu einem nachhaltig produktiven Ort für die Stadt Zürich umbauen können. Um vorhandene Potenziale als Quellen einer zukünftigen Entwicklung aufzuspüren, versuchen die Studierenden in einer vielschichtigen Analyse, Kenntnis über die übergeordneten räumlichen Zusammenhänge zu erlangen. Nicht nur sozialräumliche, sondern auch funktionale und ökonomische Abhängigkeiten werden kartiert, decodiert und produktiv für die weiteren Entwurfsschritte verwendet.

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Thorsten Stelter
Markus Vogl

 

Studierende:
Eisele Thekla,
Elskyte Deimante,
Gemmeke Paul,
Kretschmer Johanna,
Liaudanskyte Dovile,
Martinez Nunez Clara,
Menzel Hendric,
Osterstock Christian,
Raczkowska Katarzyna,
Thanou Anastasia,
Thomae Anamarija


Wien ist anders. So wirbt das Stadtmarketing und verweist stolz auf ihre Position in den internationalen Rankings über die Lebensqualität in den Städten. Für 2030 erwartet die ehemalige Kaiserstadt wieder zwei Millionen Einwohner und gilt damit als die am stärksten wachsende deutschsprachige Stadt. Dienstleistungen, Verwaltung, Tourismus, Kunst und Kultur bieten allerdings nicht die notwendige nachhaltige ökonomische Basis für die Zukunft der Bundeshauptstadt. Gerade kleinere produzierende Betriebe verlagern immer häufiger ihre Unternehmen nach Niederösterreich. Die Magistratsabteilungen sind nun gefordert Gebiete der Produktivität in der Stadt zu sichern.

 

Das Entwurfsstudio „Urban Hybrid“ entwickelte Szenarien für ein eigenständiges  produktives Stadtquartier im 21. Wiener Gemeindebezirk. Die Ausgangslage am U-Bahnhof Aderklaaer Straße, in einem typisch gewerblich und industriell geprägten Gebiet mit Hallen, Lagerflächen und eingestreuten Produktionsstätten am nördlichen Stadteingang, ist von der Vision einer produktiven urbanen Landschaft noch weit entfernt. Der Neubau eines Shoppingcenters und zweier Wohntürme östlich des Bahnhofes zeugt von einer ökonomischen Aufwertung des Areals und dem somit entstandenen Transformationsdruck entlang der U-Bahntrasse. Wie weit können verschiedene Nutzungen räumlich geschichtet, verwoben werden oder verschmelzen? Welche Formen der Dichte und der Funktionsmischung entsprechen zukünftigen Bedürfnissen der Stadtgesellschaft?

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum
Thorsten Stelter
Markus Vogl
Kristin Lazarova und Leonard Higi
Ananda-Michael Berger und Julian Bollinger

Projekt 01: Kristin Lazarova und Leonard Higi

Im Gegensatz zum klassischen Städtebau, wo ein erwünschter Endzustand für einen bestimmten Auftraggeber entworfen wird, steht die Vitalität, Spontanität, Anpassungs- und Veränderungsfähigkeit der etappenweise formulierten Quartiers- und Stadtentwicklung. die Stadtplaner heute müssen sich mit der prozessualen transformation der Stadt auseinandersetzen und Strategien entwickeln, die „strukturelle Planungen mit prozessorientierten, offenen Entwicklungsansätzen kombinieren“.

Das Gebiet Aderklaaerstrasse wird als eine Art ‚urban lab‘ gesehen, da es sich bei dessen Planung nicht um einen fertigen Entwurf handelt, sondern um einen Vorschlag, wie man Stadtplanung anders denken könnte, indem man mit allen beteiligten Akteuren interaktiv und ergebnisoffen agiert.

Im Prozess ist die Schaffung von Urbanität durch Hybridität von wesentlicher Bedeutung. Ziel ist die Entstehung von Synergien auf verschiedenen Ebenen: in der räumlichen und funktionalen Dimension (durch Nutzungsvielfalt und funktionale Mischung im Stadtraum), sowie in der sozialen Dimension (Überlagerungen verschiedener Lebenswelten). Der städtische Raum wird als Ort der Begegnung, Austausch, Vernetzung, gegenseitiger Unterstützung definiert.

Projekt 02: Ananda-Michael Berger und Julian Bollinger

Das Umfeld des inzwischen fast fertiggestellten Citygates ist geprägt durch heterogene Bebauungsstrukturen. Von großen Wohnsiedlungen, über Zeilen und Einfamilienhäusern bis hin zur Kleingartensiedlung präsentiert sich regelrecht ein Experimentierfeld des Städtebaus. Die Bildung von Insel-ähnlichen Gruppierungen, wird durch das hermetisch wirkende Citygate fortgesetzt. Dieses soll im Zeichen der Entwicklung des Wiener Randbezirks als Zentrum des Viertels fungieren. Problematisch dabei ist nicht der Ansatz einer neuen Mitte, sondern vielmehr die unmittelbare Umgebung. Grenzen und Barrieren in Form von Gewerbe- und Brachflächen erschweren insbesondere Passanten und Radfahrern die direkte Anbindung und Durchwegung in die angrenzenden Quartiere. Hinzu kommt die durch Kraftfahrzeuge stark frequentierte Wagramer Straße, eine der wichtigsten Erschließungsachsen vom Zentrum Wiens in die Randbezirke der Stadt. Dabei stellt die Wagramer Straße über die Donau hinweg einen großen Straßenraum dar und verläuft über 8 Kilometer nahezu geradlinig bis zum Citygate, ehe sie sich von dort aus seitlich einer ehemaligen Mülldeponie im leeren Raum verliert. Ein prägnanter Start- und Endpunkt der Achse ist trotz der stattlichen Erscheinung des Citygates nicht wirklich gegeben. Symptomatisch für die Situation befindet sich das Citygate an der Schnittstelle des 21. und und 22. Wiener Stadtbezirks, dem Übergang der Stadt Wien und dem angrenzenden Bundesland Niederösterreich, sowie im Spannungsfeld von unterschiedlichen, isolierten Wohnsiedlungen und dem Gewerbegebiet Rautenweg. Mit den Erkenntnissen der umfangreichen Analyse bedarf es einer Klärung der bestehenden Verkehrssituation. Dabei soll am Beginn, beziehungsweise am Ende der Wagramer Straße ein städtebaulicher Akzent gesetzt werden. Das Citygate wird dabei als Impulsgeber eingebunden und erhält so ein neues Gesicht. Die Wagramer Straße soll in Zukunft nicht mehr wie bisher undefiniert in das ländliche Umfeld abschweifen, sondern die Umlenkung in den Rautenweg mit dem Anschluss an den Autobahnzubringer erfolgen. Dafür wird die Wagramer Straße im Bereich des Citygates begradigt und ermöglicht so mit der gewonnenen Fläche Raum für die Entwicklung eines städtischen Platzraums am Anfang und Ende der Achse, welche das Areal unmittelbar mit der Innenstadt Wien verbindet. Der Platz soll in Zukunft durch verschiedene Attraktoren mit öffentlichen Nutzungen bespielt werden und der breiten Bevölkerung und den Berufstätigen zur Verfügung stehen. Die Empfehlung von weiteren Hochpunkten ergänzen im angemessenen Rahmen die Hochhaussilhouette des Citygates und bilden zum Einen eine Torsituation in das Areal und stärken zudem den Gedanken der Umlenkung der Hauptverkehrsrichtung am Ende der Wagramer Straße. Spürbar werten die präganten Grünräume die Situation auf. Die bestehende Grünachse entlang der Wagramer Straße wird gestärkt und bis zum Citygate fortgesetzt. Dabei werden unterschiedliche Facetten an Grünraumthemen bedient und bilden einen spannungsvollen und lebendigen Freiraum mit Aufenthaltsqualitäten, trotz der direkt angrenzden Straße stark befahrenen Straße.