Stadtkur

Bachelorarbeiten

Lara Eberwein und Jule Stäbler

 

 

Ausgangspunkt des Entwurfs ist das außergewöhnlich große Mineralwasservorkommen Stuttgarts und Cannstatts Geschichte als ehemaliger Kurort. Während die heilende Wirkung des Wassers heute weitgehend auf die Mineralbäder beschränkt ist, zielt der Entwurf darauf ab, Wasser wieder als öffentlich und sinnlich erfahrbares und gemeinschaftliches Gut in den Stadtraum zurückzuführen. Unser Interventionsort ist das ehemalige Cannstatter Stadtbad, das zu einer zentralen Trinkhalle wird. In ihrem ehemaligen Schwimmbecken entsteht ein offener, geschützter Ort, in dem Brunnen und Mineralwasser den räumlichen Mittelpunkt bilden. Das Trinken des Mineralwassers wird zu einem sozialen Ritual und knüpft an die Tradition des Kurortes an. Ergänzt wird die Trinkhalle durch ein Gradierwerk, gefasst von einem Wandelgang geformt aus der Bestandsstruktur. Als klassisches Kur-Element verbindet es Bewegung, Aufenthalt und die gesundheitsfördernde Wirkung des Wassers. Städtebaulich markiert die Trinkhalle einen zentralen Baustein auf der Kur-Achse zwischen Kursaal und Mombachquelle. Diese wird durch sichtbare Wasserleitungen der verschiedenen Quellen, aus denen die Trinkhalle ihr Wasser bezieht, verstärkt. Der Entwurf greift so die Geschichte der Cannstatter Mineralquellen auf und spinnt sie räumlich weiter.