Um über Stadt in ihrer gesellschaftlichen und räumlichen Dimension nachzudenken bedeutet, mit und in Komplexität zu arbeiten. Wichtiges Werkzeug zum Auslegen eines Themas und Formulierung von Fragestellungen ist das von uns entwickelte Trendbook. Wir arbeiten in der Forschung mit transformativen Forschungsmethoden und Research-by-Design. Das Entwerfen als Methode zur Wissensgenerierung zu nutzen bedeutet sich einer Thematik holistisch zu nähern, in eine mögliche Zukunft zu projizieren und den Entwurf als Plattform des räumlichen Diskurses zu nutzen.

Berger Plätzle

Praktischer Städtebau

Das Seminar SuE Baut am Berger Plätzle im Wintersemester 2024/2025 in Kooperation mit dem MGV Stuttgart-Berg e.V. beschäftigte sich mit der Weiterentwicklung des Außenbereichs des Vereinsheims in Stuttgart Berg. Der Verein betreibt in den Sommermonaten einen Biergarten mit Grillplatz und Gartenzimmer. Beide Nutzungen sind seit Jahren in einem Provisorium auf dem Vereinsgelände untergebracht. Aufgabe der Studierenden war es, dieses Provisorium in Absprache mit den Vereinsmitgliedern zu einem neuen Ort mit erhöhter Aufenthaltsqualität umzugestalten. In Zweiergruppen konnten die Studierenden ihre Ideen in Form von Modellen im Maßstab 1:10 den Vereinsmitgliedern präsentieren und einen nachhaltigen Diskurs innerhalb des Vereins anstoßen.

Abschlusspräsentation

Arbeiten der Studierenden

Anton Arnswald und Mara Bühler

Senta Bendel und Ellen Dannenfelser

Valerie Bickelmann und Paula Halder

Ferdinand Ruff und Lea Tiedemann

Lehrteam SuE

 

Prof. Dr. Martina Baum
Philipp Deilmann
Julia Berger

 

Kooperationspartner

MGV Stuttgart-Berg e.V.

 

Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum

 

 


Vielplatz

Praktischer Städtebau

Die Seminarreihe „SuE baut“ greift die Theorie zum Praktischen Städtebau auf. Das ehemalige Straßenbahndepot an der Belziger Straße in Berlin Schöneberg bietet einen politisch und gesellschaftlich viel diskutierten Ort, an dem im Sinne von Lucius Burckhardts „kleinstmöglichem Eingriff“ im Stadtraum interveniert wird.

In Kooperation mit dem gemeinwohlorientierten Verein Urbane Praxis e.V. und Studierenden der Universität Kassel, unter Dr. Alexander Stumm, wird der Leerstand des Straßenbahndepots, der ein ungenutztes Potenzial für die Nachbarschaft bietet untersucht- Im Seminar handelt es sich weniger um die Veränderung durch das Bauen als vielmehr um die Veränderung der Wahrnehmung des Gebauten durch eine passende maßstabsübergreifende Strategie und eines begründeten kleinstmöglichen, aber wirkungsvollen Eingriffs in den Bestand.

Mit der Haltestelle „Vielplatz“ wird eine räumliche Intervention umgesetzt, welche zugleich die Wahrnehmung des Raums beeinflusst und über die Entwicklung zum Tramdepot informiert. Die Studierenden entwickelten mit wiederverwendeten Materialien die Konstruktion während der Exkursionswoche im Sommersemester 2024. Die während der Exkursion gebaute provisorische Architektur führte während der Veranstaltung „Wie geht es weiter mit dem Straßenbahndepot?“ zur Identifikation mit dem Ort. Durch die mobile Installation konnten räumliche Eingriffe untersucht und an unterschiedlichen Standorten den Bewohner*innen, Passant*innen und Interessierten aus der Nachbarschaft zugänglich gemacht werden.

 

Die weitere Auseinandersetzung mit dem Straßenbahndepot wird durch die örtliche Initiative Tramdepot weitergeführt unter

Initiative Tramdepot

 

Studierende

 

Elisabeth Baar, Moses Benz, Alica Csapo, Lucca Epple, David Fischer, Philine Hofrichter, Jan Krieger, Georgios Mantziaras, David Mörschell, Rebecca Obermeier, Selina Schulz, Lorenzo Steffenino

Kooperationspartner*innen

Dr. Alexander Stumm, Universität Kassel, Lehrstuhl Architekturtheorie und Entwerfen

Kristin Lazarova, Urbane Praxis e.V. Berlin

 

Lehrteam

 

Prof. Dr. Martina Baum

Vertr. Prof. Markus Vogl

Harry Leuter

Nicole Ottmann

 

Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen

Prof. Dr. Martina Baum


Neckarspinnerei

Praktischer Städtebau

Für das im Rahmen des IBA’27-Festivals stattfindende NQ Festival_02 haben Studierende der Universität Stuttgart die Bauhütte@NQ entworfen und gebaut! Nach der erfolgreichen Eröffnung der Bauhütte am NQ Festival_02 in der Neckarspinnerei in Wendlingen wird sie zukünftig die zentrale Anlaufstelle für Besucher*innen auf dem Areal sein. NQ steht dabei für das Neckarspinnerei-Quartier – ein ehemaliges Produktionsgelände am Rande Wendlingens direkt am Neckar. Bis vor kurzem wurden hier noch Textilien hergestellt. Mit dem Beginn der Pandemie kamen die Maschinen in den denkmalgeschützten Gebäuden allerdings zum Stillstand. Nun soll das historische Areal Schritt für Schritt zu einem gemischt genutzten Quartier werden.

Entstanden ist die Bauhütte anhand einer Kollaboration des Lehrstuhls für Stadtplanung und Entwerfen, der Eigentümergesellschaft der Neckarspinnerei HOS und ADAPTER e.V.. Durch das Werkzeug des architektonischen Entwurfs und die Erarbeitung von zahlreichen Varianten ist ein Entwurf entstanden, der den historischen Bestand der Neckarspinnerei achtet und diesen weiterentwickelt. Während eines viertägigen Selbstbauworkshops wurde die Bauhütte von den Studierenden selbst aufgebaut.

Die Bauhütte soll zukünftig ein Ort des Austauschs und der Begegnung sein. Sie heißt Besucher*innen des Areals willkommen und zeigt schon heute das Potential auf, welches durch die Transformation der ehemaligen Spinnerei entstehen kann.

 

Links:
http://www.neckarspinnerei-quartier.de

Förderer

Stuttgarter Change Labs, Volksbank Mittlerer Neckar eG Filiale Wendlingen, Freiraum Vectorworks Süd-West, Ed. Züblin AG

 

Blockseminar – Bauhütte@NQ

 

Studierende:

Ruff Ferdinand, Seeger Jule, Shahriyari Mahnaz, Teixeira Rita, Drechsler Sina, Rombach Valentin, Fischer Marie, Kast Jasmin, Ridder Jana, De Charon Johannes, Schneider Patrick, Giebels Leonie, Burk Daniel, Sauter Cassandra, Schelle Carolin, Todorovic Tina, Mayer-Steudte Valentina, Vögele Sarah

 

 

Lehrteam

Vertr.-Prof. Markus Vogl

Richard Königsdorfer

 

Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum

 


Chozo

Praktischer Städtebau

Eins zu Eins | Chozo

 

Mensch und Natur im Einklang

Seit Jahrzehnten ziehen Wanderhirten mit riesigen Schaf- und Rinderherden von Winter- zu Sommerweiden und umgekehrt mehrere Hundert Kilometer durch Spanien. Durch diese Bewegung, auch Transhumanz genannt, wurde ein ausgedehntes System von Viehpfaden geschaffen, das die Landschaft von Nord nach Süd verbindet. Die Routen erstrecken sich noch immer über 125.000 Kilometer und mehr als 400.000 Hektar. Die Wandertierhaltung ist auch mit einer speziellen Lebensweise der Hirten und ihrem mitziehenden Vieh verbunden. Ein Merkmal dieser Lebensweise sind Kleinstunterkünfte, die „Chozos“ genannt werden. Ein kleiner Raum, in dem man die Nacht verbringen und sich vor Kälte oder Hitze schützen konnte. In der Extremadura gibt es ursprünglich drei verschiedene Arten von Hütten: die transportierbare Hütte, die ganz aus pflanzlichen Materialien besteht, die steinerne Hütte und die gemischte Hütte, deren Wände aus Steinmaterial, das Dach aber aus Pflanzenmaterial besteht.

 

Die „Chozos“ sind Ausdruck einer Architektur, die in einer Symbiose aus kulturellen und natürlichen Gegebenheiten entstanden ist. Die Hütten können relativ einfach, autonom und mit wenigen vorhandenen Materialien nach Bedarf errichtet werden. In dieser ursprünglichen volkstümlichen
Architektur steckt sehr viel Wissen, das verloren zu gehen droht: die Verwendung lokaler Ressourcen, die effiziente Nutzung von Materialien, die Integration in die Landschaft, der Respekt vor der Natur, die einfache Wiederverwertung. Kurz gesagt, es gibt ein Know-how darüber, wie man eine nachhaltige und widerstandsfähige Umwelt im Gleichgewicht mit dem Planeten aufbauen kann. Ein Ansatz, von dem wir zweifellos lernen und den wir in den kommenden Jahren bei unseren architektonischen Entwürfen anwenden sollten. Vor allem im Hinblick auf drängende Fragen zum Verhältnis zwischen Mensch und Natur und angesichts des aktuellen Diskurses über den schonenden Gebrauch regional vorhandener Ressourcen ist es wichtig, die „alten Methoden des Bauens“ zu analysieren, dokumentieren und adaptieren. Das Seminar hat über das oben genannte Lebensmodell nachgedacht, während es einen zweiwöchigen Bau-Workshop in Cabeza del Buey (Südspanien) durchführte, wo die Tradition und Wirtschaft, die auf der Viehzucht basiert, immer noch Teil des sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Lebens ist. Anschließend wurde das Gelernte in einer Ausstellung an der Universität Stuttgart präsentiert. Darunter auch eine der Hütten, die wir während unserer Zeit in Spanien errichtet haben. Sechzehn deutsche Studierende nahmen an dem Seminar teil: Lucas Apfelsbacher, Kim Bache, Konrad Bornemann, Friedhelm Christ, Sophia Frischmuth, Vroni Geiselbrechtinger, Valentin Kiesel, Julia Knölker, Marie Kuch, Lilian Paczkowski, Johannes Pfaff, Yannik Pfaff, Inga Schmidt, Mahnaz Shahriyari, Beatrice Suttrop, Valentin Zachmann; insgesamt sieben Pastoren aus der Extremadura: Pablo García Muñoz, Consuelo Martín-Moyano Blázquez, Fidel Bravo Sánchez, Maria Del Mar Bravo Delgado, Javier García Bravo, Rafael Domínguez Moreno und Julián Romero; und eine Reihe lokaler und internationaler Experten: Jesús Fernández López und José Milara (Bioconstrucciones prefabricadas Brizna), Lisa Carignani (Doktorandin an der Universität von RomaTre) und Juan José Benítez Ruiz Moyano (Historiker und Stadtrat für Umwelt von Cabeza del Buey).

 

Wir danken der Sto-Stiftung und der Gemeinde Cabeza del Buey für die Unterstützung des Projekts.

Abbildung: Sistemática y ergología del chozo en Extremadura. Juan A. Hasler. 1966.

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut in Kooperation mit dem IRGE
Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen

Prof. Dr. Martina Baum

Vertr. Prof. Markus Vogl

Alba Balmaseda Domínguez

Prof. Markus Allmann

Kyra Bullert

Spela Setzen

 

Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum


Nachtisch

Praktischer Städtebau

Die Universität ist ein eigener Kosmos, in dem sich Diskussionen, Forschung und Projekte in einem geschützten Umfeld entwickeln und entfalten können. Um für die Gesellschaft relevant zu werden, müssen die formulierten Ideen und Visionen auch außerhalb des akademischen Raumes thematisiert werden. Der Lehrstuhl Stadtplanung und Entwerfen möchte dazu mit dem Seminar „SuE going public – Probebühnen“ einen Beitrag leisten, um einen Rahmen zu bieten in diversen Formaten Gespräche zu führen und Projekte, Planungen und Fragestellungen zu diskutieren. Während des Seminars im Wintersemester 2021/2022 erarbeiteten die Studierenden den Entwurf für eine „Probebühne“ – bauliche Elemente, die Austausch und Interaktion fördern – und setzten diesen eins zu eins um.
Die „Bühne“ dient als Lern- und Veranstaltungsort. Sie ist ein Werkzeug, mit dem Formate der Begegnung und des Diskurses mit der Stadtgesellschaft über Architektur, Stadtplanung und verbundene Themen und Fragestellungen veranstaltet werden können.

Abschlusspräsentation 

Wir Danken den Stuttgarter Change Labs für die Förderung des Projektes.

https://www.project.uni-stuttgart.de/changelabs/projekte/lehrende-projekte/sue-going-public–probebuehne/

 

Lehrteam

Prof. Dr. Martina Baum

Alba Balmaseda Dominguez

Jonas Malzahn

 

Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum

 


Stuttgarter Luftbahn

Praktischer Städtebau

Um das Gespräch über eine nachhaltige Mobilitätskultur über die unterschiedlichen Interessen hinweg anzuregen, erschafft die «Stuttgarter Luftbahn» eine phantastische Utopie, die einen für alle positiven Zustand, für den man Veränderungen in Kauf nehmen möchte, aufzeigt und dadurch zwischen den Positionen vermitteln kann.

Der Entwurf stellt eine Station zu einem hypothetischen Nahverkehrssystem auf Ballonbasis dar, die in Gestalt und Idee an Geschichten von Jules Vernes angelehnt ist. Die pavillonartige Station ist Bühne, Objekt und Ort der Diskussion für den Einstieg in eine neue Mobilität.

Um das Gespräch über eine nachhaltige Mobilitätskultur über die unterschiedlichen Interessen hinweg anzuregen, erschafft die «Stuttgarter Luftbahn» eine phantastische Utopie, die einen für alle positiven Zustand, für den man Veränderungen in Kauf nehmen möchte, aufzeigt und dadurch zwischen den Positionen vermitteln kann.

Praxispartner
Christian Kohler, Felix Fernkorn, Ginster Bauer, Justus Günthermann, Carla Feine

 

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum

Sebastian Klawiter
Hanna Noller


How do you roll?

Praktischer Städtebau

Um für die Idee der bewussten Fortbewegung an einem autodominierten Ort Aufmerksamkeit zu erlangen, schafft diese Intervention einer Rollschuhdisco wieder Raum für Mobilitätskulturen die durch das Auto von der Straße verdrängt wurden.

 

Diese Intervention ist ein Produkt des Diskurses über die Zukunft der Mobilität in Städten. Aus der eigentlichen Idee, der Nach-
ahmung von Schlittschuhläufern, entwickelte sich über die Jahrhunderte eine Kultur welche international für Aufregung sorgte. Es entstand nicht nur eine neue Sportart oder ein Fortbewegungsmittel, sondern eine Mobilitätskultur. Mittlerweile sind sie fast wie ausgestorben. Die Rollerblades.

 

An einer der meist frequentierten Stellen in Stuttgart, an welcher der Verkehr durch das Auto, zumindest scheint es so, Hauptaufgabe des Ortes ist, bietet sich die Möglichkeit ein neues Bewusstsein für den Ort zu schaffen: Der Österreichische Platz. Die Aktion tritt ins Licht und vor allem in einem Raum in dem wir hoffen Städten einen Diskurs, Weitblick und neue Identitäten zu verleihen!

 

Einmal im Monat (das wäre schön!) wird der innerste Kreis des Österreichischen Platzes gesperrt und für den freien Verkehr freigegeben, Rollerblades, Inlineskater, Skater oder Longboarder einfach für jeden der kein mehr Platz auf den Straßen findet. Gerade an Plätzen und Situationen wie dem Österreichischen Platz dessen einzige Hauptaufgabe scheinbar der Verkehr sei, ist das Verbreiten dieses Aufschreis wichtig: Die Stadt gehört uns allen!

 

 

Kontakt:

howdoyourollstuttgart@gmail.com

https://www.instagram.com/hdyrstuttgart/

https://www.facebook.com/howdoyourollstuttgart/

 

 

Fotos: Natalie Brehmer und Lewin Biskupski

 

Praxispartner
Anna Dörrig, Cristina Estanislao Molina, Feydrea Viaista, Paul Stockhausen

 

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum

Sebastian Klawiter
Hanna Noller


Stadtregal

Praktischer Städtebau

Das Stadtregal ist ein Experiment zur demokratischen Konfliktgestaltung des öffentlichen Raums. Im Zuge der Mobilitätswende distanzieren wir uns mehr und mehr vom Konzept der autogerechten Stadt und nehmen wieder den Menschen als Maß für unsere Planung.
Das bedeutet einerseits, dass die bis jetzt von Autos besetzen Flächen, mehr und mehr frei werden – Parkplätze, die bis jetzt für ein Auto und eine Privatperson zu Verfügung standen, können nun für andere Mobilitätsarten und somit für mehreren Menschen zu Nutzungsflächen werden. Andererseits bringt diese Situation die Frage mit sich: Wem gehören diese „neue Flächen“ mitten in unsere Stadt und wer hat das Recht die neuen Nutzungen zu bestimmen?

Wir sehen die große Umstellung unserer Mobilitätskultur nicht nur als Notwendigkeit, vielmehr als Chance um neue Werte zu erzielen. Gleichzeitig dient diese Wende einer Optimierung der Aufteilung des öffentlichen Raums in Städten und soll bezüglich der sozialen Gerechtigkeit zum Nachdenken anstoßen.

Wer entscheidet, wie wir den öffentlichen Raum gliedern und nutzen? Wer setzt die Spielräume fest und in welcher Sprache werden diese vermittelt? Wie werden die Interessenkonflikte moderiert?

Das Regal: ein Möbel welches zur offenen Aufbewahrung diverser Gegenstände benutzt wird. Der durch das Regal gefasste Raum wird dabei, zum Zwecke der Gliederung, durch Einlagen in mehrere Aufbewahrungsräume unterteilt.

Das Stadtregal ist hierbei ein Grundgerüst im öffentlichen Raum, welches als System dessen Nutzern die Möglichkeit bietet, den Raum ihren Anforderungen entsprechend zu gliedern und zu gestalten.

Grundsätzlich handelt sich bei dem Experiment um ein multifunktionales Stadtmöbel, das von einem Netzwerk von zivilgesellschaftlichen Akteuren getragen wird, dessen Ziel ist, die Zusammenkunft unterschiedlichen Milieus zu fördern. Durch die Kombination der Funktionen Küche, informeller Schlafplatz, Lastenradverleih, Medikamentenschrank und Foodsharing-Fairteiler wird die Begegnung unterschiedlicher Personengruppen initiiert. Der zentrale Teil der Arbeit ist dabei, einen öffentlichen Diskurs um die soziale Gerechtigkeit der Flächennutzung in der Stadt sowie den Umgang mit Interessenkonflikten aus der Frage „Wem gehört die Stadt?“ heraus, anzustoßen und voranzubringen.

 

Das Projekt ist im August 2019 mit einer Podiumsdiskussion als Abschlussveranstaltung zum Ende gekommen, in der Expert*innen aus Politik (Veronika Kienzle, Bezirksbeirat Mitte und Raiko Grieb, Bezirksbeirat Süd) und Universität (Prof. Dr. Martina Baum) zusammen mit Zivilgesellschaftlichen Akteuren (Christine von Raven, Stadtlücken e.V., Andreas Hofstetter-Straka, Kirche St. Maria) und interessierten Bürger*innen ( und Nutzer*innen des Stadtregals) die ersten Ergebnisse des Experimentes diskutiert haben.

 

Voraussichtlich wird im Oktober 2019 der städtebaulich/ architektonische Entwurf zusammen mit der Auswertung der Ergebnisse sowie einer Zusammenstellung der unterschiedlichen Themen und Diskussionen, die durch das Experiment angestoßen worden sind, ausgestellt.

 

 

Presse:

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stadtluecken-am-oesterreichischen-platz-ein-moebelstueck-das-menschen-verbindet

https://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/436/moebel-als-bruecken-6108.html

Konzeption: Ali Haji, Felix Haußmann, Martin Schusser

1:1 Umsetzung: Ali Haji, Felix Haußmann, Till Müller-Haude, Nicole Epple, Nickolas Kessmeyer, Thomas Lesch, Niclas Lindesmann, Sandra Schlegel, Arzum Coban, Dominic Plag, Daniel Voigt

Betreuung: Hanna Noller & Sebastian Klawiter, Doris Lindner und Katrin Alle

weitere Infos: https://www.facebook.com/StadtRegal.Stuttgart/

oder unter: http://www.r-n-m.net/projekte/

 

 

 

Universität Stuttgart
SI Städtebau-Institut
Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen
Prof. Dr. Martina Baum

Sebastian Klawiter
Hanna Noller


The concept of Polyvalent Everyday Places and the Repertoire of Polyvalent Elements was our contribution to the 12th International Architecture Biennial of Sao Paulo 2019 – todo dia / everyday – where we intended to continue a critical reflection upon while projecting Polyvalent Elements.

 

We expressed this invitation to our colleagues and students from Escola da Cidade / Faculdade de Arquitetura e Urbanismo / Sao Paulo, FADU, UBA / Buenos Aires and the Chair of Urban Planning and Design SuE / University of Stuttgart to discuss, reflect and build with this concept during a three-day workshop at Escola da Cidade and the Biennial.

 

We initiated an open, productive debate on the concept and adjacent issues – not only in its theoretical dimension but also by designing and building Elements and allocating them in an complex urban condition – Praca da Republica, one of the public spaces in the centre of Sao Paulo characterized by a lack of sojourn quality but also by great potential to change the current situation.

 

A poster provided the basis for the workshop in which we explained characteristic attributes and features of Polyvalent Everyday Places as well as the derivation of the respective Element with precedents in art, architecture and landscape design and thus the intensive alliance between space and everyday life.

 

After an introductory discussion and the first day of thinking, discussing, sketching and model building in Escola da Cidade, the participants had to build their proposals in the 1 to 1 scale during the second day in Oficinalab, an interesting workshop that combines arts, crafts, teaching and debates. The building process opened up a further dimension of experiences and reflection on the topic, as well as the allocation of the Elements as interventions at Praca da Republica on the third day.

 

A projecting approach to the concept opens the possibility of equipping the Elements with certain capacities through design within the limitations of the available skills of craft – a direct learning path to the usual vernacular occurrences in the private sphere. The Elements for the public became operative and visible in public space and became usable in various scopes, thus unfolding scopes of indeterminate action.

University of Stuttgart

Faculty of Architecture and Urban Planning

Institute of Urban Design

Stuttgart, Germany

Prof. Dr. Martina Baum

Sascha Bauer

 

 

Faculty of Architecture, Design and Urbanism

„Walter Gropius“ – Chair (.UBA, fadu – DAAD)

Buenos Aires, Argentina

Prof. titular ad honorem Markus Vogl

 

 

Associacao Escola da Cidade

Rua General Jardim, 65

Vila Buarque [metro Republica]

CEP: 01223-011 – Sao Paulo SP

Tel.: +55 (11) 3258 8108

www.escoladacidade.org

 

 

oficinalab

Rua Dr. Ribeiro de Almeida, 166

Barra Funda

Sao Paulo SP

www.oficinalab.com.br

@oficinalab

 

 

Supported by the General Consulate of the Federal Republic of Germany in Sao Paulo, the German Academic Exchange Service (DAAD) and the Goethe-Institute Sao Paulo.

 

 


Adapter

Praktischer Städtebau

Die Initiative Adapter beschäftigt sich mit den Fragen, wie wir in Zukunft in der Stadt wohnen wollen und wo es Orte gibt, um sich einzubringen und mitzugestalten. Vor dem Hintergrund knapp werdender Wohnungen aktiviert ADAPTER temporär leerstehende Raumressourcen, um neue Formen des Wohnens experimentell zu erproben und erforschen. Dabei soll nicht nur Wohnraum geschaffen, sondern auch die vielschichtigen sozialen Dimensionen des Wohnens untersucht und neue Wege des ‚Wohnens mit der Stadt‘ aufgezeigt werden. Unter aktiver Beteiligung von Interessierten, Nutzern und Eigentümern erarbeiten wir Konzepte, um aus Leerstand einen Möglichkeitsraum für Bewohner und Nachbarschaft zu machen und vor Ort Entwicklungsprozesse zu unterstützen und voranzutreiben.

 

 

Drei Projekte wurden bereits als experimentelle Testphasen verwirklicht.

 

„Wir machen Raum“

Während eines zweitägigen Workshops wurden mit 10 motivierten Zwischennutzern eine leerstehende Ladenfläche in Stuttgart adaptiert. Mittels räumlicher Interventionen wurde das ehemalige Fitnessstudio im Selbstbau zu gemeinschaftlichem Wohnraum transformiert und bot anschließend über mehrere Tage einen Ort für den Diskurs über Neues Wohnen, Leerstand in Stuttgart und die Möglichkeit selbst aktiv zu werden.

 

 

„39qm“

Für die Themenwoche „Wohnen“ am Österreichichen Platz wurde die Wohnraum-Installation „39 qm“ konzipiert. Sie platziert Möbelstücke aus dem privaten Kontext auf einem öffentlichen Platz und repräsentiert dadurch eine abstrakte Wohnung, die nicht mehr durch ihre Wände beschränkt wird und den Blicken der Stadt ausgesetzt ist. Bei dieser Verschiebung des Blickwinkels geht es um das Ausloten und Erkennen von Grenzen, das Erspüren neuer Qualitäten und um das Hinterfragen unserer Wohngewohnheiten.

 

 

„Wohn doch wie du willst“

Anlässlich des 13. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik wurde eine Aktionswoche als Ideengenerator für neue urbane Wohnformen ausgerichtet. Unter dem Motto „Wohn doch wie du willst“ wurden vom 14. bis 22. September verschiedene Aktionen umgesetzt, die zur Mitgestaltung, Diskussion und zum Austausch anregten. So wurde ein ungenutztes Autohaus in Stuttgart zur Kulisse für innovative und zukunftsfähige Gestaltung des städtischen Zusammenlebens.

 

Perspektivisch wird mit diesen Testphasen die Umsetzung eines 1-jährigen Realexperimentes forciert –> mehr dazu unter Forschung

Universität Stuttgart

SI Städtebau-Institut

Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen

Prof. Dr. Martina Baum

Adapter e.V.:

Christiana Weiß

Elif Kälberer

Paul Vogt

Richard Königsdorfer